Kommentar von Manfred Engelhardt zum Artikel "Grünenthal-Kündigungen: Das verstehen die Menschen hier nicht" in der Aachener Nachrichten vom 23. Dezember 2010

Wen wundert es, dass bei Grünenthal die Angst umgeht, wie es im Artikel der Aachener Nachrichten vom heutigen Tage deutlich zum Ausdruck kommt. Diese Angst ist doch immanent und lähmt die Menschen. Zuerst sollten ja ca. 400 Kolleginnen und Kollegen ihren Arbeitsplatz verlieren, dann sind es nur noch 141 Menschen und deren Familien, die von dem Schicksal des Arbeitsplatzverlustes und dessen unabsehbaren Folgen betroffen werden! Und das Fatale an der Sache ist, dass sich Betriebsrat und IGBCE diese Reduktion auf 141 Kolleginnen und Kollegen auch noch als ihren Erfolg an den Hut zu heften versuchen. Da lag und liegt für mich der Verdacht nahe, dass in der Effizienz tatsächlich 141 Arbeitsplätze eliminiert werden sollen und die Zahl von ca. 400 lediglich als „Planierraupe“ herhalten musste, weil jeder glauben sollte, dass jetzt doch das geringere Übel eingetreten sei!

Aber fest steht, dass der Wegfall von 141 Arbeitsplätzen 141 Arbeitsplätze zu viel sind!

Wenn Kollege Matthias als IGBCE-Vertrauensmann etwas für die Kolleginnen und Kollegen bei Grünenthal tun will, dann muss er gemeinsam mit dem Vertrauensleutekörper bei Grünenthal zum Abwehrkampf aufrufen! Als Betriebsratsvorsitzender mag er ja Trostspender für weinende und trauernde Kolleginnen und Kollegen sein, als IGBCE-Vertrauensmann hat er die „heilige Pflicht“ Widerstände innerhalb und außerhalb der Firma Grünenthal aufzubauen; denn eines ist vollkommen klar, kommt die Führungscrew um Harald F. Stock widerstandslos mit dem Abbau von 141 Arbeitsplätzen durch, stehen nach diesseitigem Dafürhalten in den kommenden Monaten und Jahren weitere Entlassungswellen bei Grünenthal an!

Die Geschäftsführung verschlingt die Unsumme von 6,358 Millionen Euro pro anno (Jahresabschluss 2009) für ihre auf Zerschlagung des Unternehmens zielende Politik. Diese Menschen, die als „Befehlsempfänger“ der Kapitaleigner bei Grünenthal derartige „Schandtaten“ gegen die arbeitenden Menschen begehen, gehören in die Wüste geschickt!

Für mich ist die „Jahreswende-Botschaft“ des „Chief Executiv Officer“ Harald F. Stock im Intranet der Firma Grünenthal eine zynische und menschenverachtende Botschaft, die über eine profitorientierte Rationalisierungsmaßnahme den „Deckmantel“ der vorgeblichen Konzentration auf das Kerngeschäft ausbreitet. Pfui Teufel, kann ich da nur feststellen!

Der Belegschaft bei Grünenthal sei geraten: „WEDER BETTELN NOCH BITTEN, NUR MUTIG GESTRITTEN!“; denn es geht für Euch,liebe Kolleginnen und Kollegen, um ein zukünftiges „SEIN“ oder „NICHTSEIN“!

Manfred Engelhardt – Koordinator der Arbeitskreises Gewerkschafter/innen Aachen

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1 Antwort zu Kommentar von Manfred Engelhardt zum Artikel "Grünenthal-Kündigungen: Das verstehen die Menschen hier nicht" in der Aachener Nachrichten vom 23. Dezember 2010

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