Tarifabschluss in der Textilindustrie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

IG-Metall und die Textilarbeitgeberseite haben sich auf einen neuen Tarifvertrag für die 130.000 Beschäftigten in der Textil- und Modeindustrie geeinigt. Tarifergebnis: Laufzeit 20 Monate!

Ab Oktober 2011 werden die Löhne um 3,6 Prozent erhöht!

Jetzt kommt der Witz, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn das richtig ist, was Herr Klaus Hunke, Vorsitzender des Textilverbandes am heutigen Tage vollmundig bekanntgegeben (dapd), nämlich die mögliche Absenkung dieser Tariferhöhung aus wirtschaftlichen Gründen! Diese soll dann mit einer Beschäftigungszusage verbunden werden, die bis einschließlich 30. April 2011 gelten soll! Die Absenkung der tariflichen Erhöhung wäre dann bis zu einem Betrag in Höhe von 1, 5 Prozent möglich! Dies stellt für mich ein Ding der Unmöglichkeit dar, die Arbeitgeber da mit der IG-Metall vereinbart haben; denn von dieser Möglichkeit wird mit Sicherheit reger Gebrauch gemacht werden!

Da nutzen dann auch die vereinbarten 2 Einmalzahlungen in Höhe von je EUR 50,00 für den Zeitraum Mai bis September 2011 nicht mehr viel, stellen sie doch in keiner Weise ein Kompensationsmittel in Bezug auf die Absenkungsklausel dar; wenn bei den Azubis jeweils nur die Hälfte dieser Einmalzahlungen ankommen müssen. Außerdem können diese bei den Azubis unter Abgabe einer Beschäftigungssicherung ausgesetzt oder bis zum 30. September 2011 verschoben werden! Das ist für mich der Gipfel einer Obskurität, die voll zu Lasten der arbeitenden Menschen in der Textil- und Modebranche geht! Schaut Euch einmal die Darstellung der IG-Metall zu diesem Tarifergebnisses nach Klicken auf den Link

http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-OA456501-AFBACF9C/internet/style.xsl/tarife.htm an.

Da könnt Ihr Euch selbst ein objektives Bild machen!

Ich für meinen Teil bin erst einmal bedient; denn wenn dieses Beispiel der Möglichkeit der Absenkung der Tariferhöhungen Schule macht, gibt dies den Arbeitgebern in unserer Bananenrepublik Deutschland neue und bis dato nur erahnte Möglichkeiten zur einseitigen, für die Arbeitnehmer negativen Instrumentalisierung von Absenkungsvereinbarungen nach einseitig erklärten wirtschaftlichen Problemen!

Ich denke, dass hier der Slogan gilt: „WER NICHT KÄMPFT, DER HAT SCHON VERLOREN!“

Mit kollegialen Grüßen
Manni Engelhardt
AK-Koordinator

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