Helft Heinrich

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unlängst haben wir über die Aktivitäten unserer Kolleginnen und Kollegen der Belgischen Gewerkschaft (DG-Ostbelgien) CSC in Sachen „Bekämpfung der deutschen Niedriglöhne“ unter dem Titel „HELFT HEINRICH“ berichtet, und uns auch dauerhaft mit der Homepage der CSC verlinkt.

Nunmehr ist in der Zeitung „NEUES DEUTSCHLAND“ ein etwas breiterer Artikel über die jüngsten Aktivitäten der CSC erfolgt, in dem auch unser AK Erwähnung findet.

Wir haben den kompletten Artikel zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet und wünschen Euch viel Spaß beim Lesen.

Für den AK Manni Engelhardt

-Koordinator-

 

http://www.neues-deutschland.de/artikel/202123.helft-heinrich.html

 

Von Hans-Gerd Öfinger  <http://www.neues-deutschland.de/ausgabe/2011-07-15> 15.07.2011 /  <http://www.neues-deutschland.de/rubrik/gewerkschaftliches> Gewerkschaftliches

Helft Heinrich

Belgische Gewerkschaften kämpfen gegen deutsche Niedriglöhne

Die christliche belgische Gewerkschaft (CSC) ruft Belgiens Arbeiter zur Solidarität mit den Beschäftigten in der Bundesrepublik auf. Denn bessere Löhne in Deutschland würde zugleich den Druck auf dem belgischen Arbeitsmarkt verringern.

<http://www.neues-deutschland.de/artikel/202123.helft-heinrich.html>

»Heinrich« – das ist der deutsche Niedriglöhner, dessen Arbeitseinkommen nicht zum Überleben reicht. Deutschland will sein Modell von Niedriglöhnen europaweit exportieren. In Belgien halten Gewerkschafter kreativ dagegen. »Minijobs, prekäre Arbeitsverhältnisse und Hartz IV sind nicht unsere Sicht für die Zukunft der belgischen Arbeitnehmer«, erklären sie.

Foto: Hans-Gerd Öfinger

Deutsche Gewerkschafter staunten nicht schlecht, als sie bei der Demonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes Ende Juni in Luxemburg einer großen Schar belgischer Kollegen begegneten. »Das deutsche Jobwunder – Ich verdiene 4,81 Euro in der Stunde« stand schwarz-rot-gold auf ihren T-Shirts und Plakaten. Unter der Parole »Helft Heinrich« demonstrieren die belgischen Gewerkschafter gegen deutsche Hungerlöhne. »Lasst Europa nicht dem deutschen Beispiel folgen«, lautet die klare Botschaft der Belgier.

»Heinrich« – das ist für den christlichen belgischen Gewerkschaftsbund CSC der deutsche Niedriglöhner, dessen Arbeitseinkommen nicht zum Überleben reicht. Und Heinrich hat in dieser Kampagne Leidensgenossen in Westeuropa. So etwa die traurig und ermattet wirkende französische Helène, die dank der »Rentenreform« von Staatspräsident Nicolas Sarkozy zwei Jahre länger arbeiten muss. Oder den jungen Henry aus England, der Architekt werden will, jedoch die 11 000 Euro Studiengebühren im Jahr nicht aufbringen kann.

Heinrich, Helène und Henry stehen für die deutschen, französischen und britischen Zustände, die die CSC-Aktivisten in ihrem Land um jeden Preis vermeiden wollen. Ein »Wirtschafts- und Jobwunder« nach deutschem Vorbild, bei dem zwei Millionen Menschen weniger als sechs Euro in der Stunde verdienen, schreckt sie ab. »Minijobs, prekäre Arbeitsverhältnisse und Hartz IV sind nicht unsere Sicht für die Zukunft der belgischen Arbeitnehmer«, heißt es in einer Publikation. In Belgien liegt der gesetzliche Brutto-Mindestlohn derzeit bei 1415 Euro monatlich oder 8,59 Euro in der Stunde.

»Wir brauchen keine Lektion von Frankreich oder Deutschland, wo in wenigen Jahren das Armutsrisiko um 25 Prozent gestiegen ist«, sagt ein CSC-Aktivist gegenüber ND. Besonders verärgert sind die Belgier darüber, dass die Regierungen in Berlin und Paris sowie die EU-Institutionen von Belgien die Abschaffung der noch bestehenden automatischen Lohnanpassung an die Lebenshaltungskosten verlangen. So will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Unterstützung von Sarkozy auch Belgien zur Hinnahme eines »Wettbewerbsplans« zwingen, der überdies eine Anhebung des Rentenalters und die verstärkte Flexibilität des Arbeitsmarktes vorsieht. Statt das europäische Sozialmodell »auf dem Altar der Finanzmärkte zu opfern«, fordert die CSC menschenwürdige Mindestlöhne, Renten und Arbeitslosengelder in ganz Europa und lehnt jegliche Aushebelung des Kündigungsschutzes, Anhebung der Altersgrenzen und Aufweichung von Altersteilzeitregelungen ab. Statt Einsparungen im Sozialbereich verlangt sie höhere Steuern auf Vermögen, Kapitalerträge und Finanztransaktionen.

Für diese Forderungen gingen CSC-Mitglieder in den vergangenen Monaten auch im ostbelgischen Grenzgebiet zu Nordrhein-Westfalen mehrfach auf die Straße. In Aachen fanden sie mit ihrem Informationsstand in der Innenstadt immerhin die Unterstützung einiger kritischer Gewerkschafter, die die Aktionen ausdrücklich begrüßten. Der Koordinator des Arbeitskreises, Manfred Engelhardt, hält internationale Gewerkschaftssolidarität gerade in einer Grenzregion für ein »Gebot der Stunde«. Und er wünschte sich eine »kraftvollere« Unterstützung der Helft-Heinrich-Kampagne durch den DGB und seine Einzelgewerkschaften.

Hans-Gerd Öfinger

Wiesbaden
Tel. 0611.407653
mobil 0173.6528418
hgoefinger@aol.com

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5 Antworten zu Helft Heinrich

  1. Kabur Kabari sagt:

    Es sind ja doch im Kern die modernen deutschen Besitzstandsnazis, deren sogen. Marktliberalismus jene Plünderer- und Erpressermethoden wieder etabliert hat, den wir in der Geschichte unter den Begriffen „Jedem das seine“, „Arbeit macht frei“ und „Untermenschen“ als historischem Vorgänger des heutigen „Bildungsfernen“ so trefflichen kennen gelernt haben.

    Dass die modernen „Eliten“ Deutschlands zu den vehementen Herolden und Prätorianern der „plutonomics“ auf der Grundlage der von den globalen stragegists der Citigroup entwickelten neuen Sklavengesellschaftstherie zählen, zeichnet sie als die modernen Nazis aus, deren Großeltern ja schon die Primitivnazis finanziert haben.

    Diese Einsicht wird sich in immer breiteren Bevölkerungskreisen einstellen, weil die Neuen Ghettos für die Neuen Untermenschen von der Neuen Sozialeln Marktwirtschaft und deren politischen Organisatoren und Handlangern in den sogen. „bürgerlichen Parteien“ ja inzwischen ganz offen und ganz unübersehbar etabliert werden. Da die meisten von uns zum sogen. „human capital“ gehören, wird auch die Forderung nach der Kostenoptimierung für dieses „capital“ schlussendlich auf eine optimierte Entsorgung nach Abschluss der Leistungsausplünderungsfähigkeit dieser „Wesen“ mit dem Entzug von Gesundheitsfürsorge und Ernährungsabsenkung auf das klassische KZ-Nivau enden.

    Dem wird wohl kaum einer als Zukunft entgegenschreiten wollen. Auch nicht die Hardliner in der S(chröder) P(artei) D(eutschlands) und den übrigen „Bürgerparteien“.

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