Antwort auf unsere Appellation

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auf unsere Appellation hin hat nunmehr der DGB-Bundesvorstand mit nachstehender E-Mail geantwortet.

Die Antwort ist aus meiner Sicht höchst unzufrieden stellend. Am Dienstag, den 09. August 2011, 18.00 Uhr, Gasstätte „FREUNDER ECK“, Freunder Landstr. 65, 52078 Aachen, steht die Angelegenheit ja wieder zur Tagesordnung. Gerri von der GDL hat vor, an diesem Abend zur Thematik zu referieren, sofern er abkömmlich ist.
Ich darf jetzt schon versichern, dass der Abend spannend werden wird.

Mit kollegialen Grüßen
Manni

Von: Marika.Hoehn@dgb.de [mailto:[…]@dgb.de]
Gesendet: Mittwoch, 27. Juli 2011 13:42
An: Manni@ManfredEngelhardt.de
Cc: Martina.Hesse@dgb.de
Betreff: Ihr Appell zum solidarischen Handeln an den DGB

Sehr geehrter Herr Engelhardt,

Ihren Aufruf zum solidarischen Handeln, den Sie und Ihre Kolleg/innen gemeinsam in einem Arbeitskreis beschlossen haben, haben wir erhalten und auch aufmerksam gelesen. Die von Ihnen angesprochene Problematik mit den „kleinen“ Gewerkschaften und die Frage nach etwaigen Kooperationen ist vielschichtig und kann nicht in den Kategorien „Schwarz oder Weiß“ einfach so eingeordnet werden. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften  – zu denen GdL, Marburger Bund und Cockpit nicht gehören – vereinen in den jeweiligen Branchen verschiedene Berufsgruppen. Bei unseren Branchengewerkschaften steht das Bemühen im Vordergrund, die verschiedenen Interessen auszugleichen und innerhalb der Arbeitnehmerschaft nicht die eine Berufsgruppe auf Kosten der anderen zu begünstigen. Solidarität ist hier das Stichwort. Tarifautonomie lebt ganz eindeutig davon, dass nicht Einzelne zu Lasten anderer ihre individuellen Interessen durchboxen. Die Umverteilung – das dürfte doch klar sein – erfolgt dann innerhalb der Arbeitnehmerschaft und führt zu den entsprechenden Ungerechtigkeiten. Es geht darum, insgesamt für die Beschäftigten vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dieses Prinzip verfolgen die Berufsgewerkschaften (oder auch Spartengewerkschaften) nicht. Im Fokus stehen dort einzig und allein Interessen einzelner Berufsgruppen. Aus unserer Sicht führt dies zu einer Spaltung der Arbeitnehmerschaft: einige brechen sich Privilegien heraus, die andere bezahlen. Das schadet auf Dauer der Tarifautonomie. Wir haben Tarifautonomie immer im Sinne von Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen in der Branche wahrgenommen. Sonderrollen zu schaffen, zerstört eine vernünftige Tarifautonomie.
Ein aktuelles positives Beispiel für einen Zusammenschluss haben die Gewerkschaften TRANSNET (DGB) und GdBA (DBB) gezeigt, die heute gemeinsam als EVG unter dem Dach des DGB Tarifpolitik gestalten.

Mit freundlichen Grüßen

Marika Höhn
Referatsleiterin
Industrielle Beziehungen und Arbeitspolitik

DGB Bundesvorstand
Vorstandsbereich Vorsitzender
Abteilung Grundsatz und Gesellschaftspolitik
Henriette-Herz-Platz 2
10178 Berlin
www.dgb.de

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