Nochmals „Wider das Vergessen“/Aktionen zum 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die NAZIS!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 18. April 2013 berichteten wir über die geplante gewerkschaftliche Gedenk-Veranstaltung für den 2. Mai 2013 in Eschweiler zur Zerschlagung der Gewerkschaften durch die NAZIS vor 80. Jahren (02. Mai 1933), wie Ihr es durch einen Klick auf den nachstehenden Link noch einmal auf- und in Erinnerung rufen könnt:

http://www.ak-gewerkschafter.de/2013/04/18/80-jahrestag-der-zerschlagung-der-gewerkschaften-durch-die-nazis-wird-mit-einer-gedenkfeier-in-eschweiler-gengangen/ ! Desweiteren hatten wir am 26. März 2013 bereits die DGB/VHS-Veranstaltung/Ausstellung  „Wider das Vergessen“, die vom 29. April bis einschließlich 03. Mai 2013 im Technologie-Center Aachen durchgeführt wird, hingewiesen, wie Ihr es ebenfalls noch einmal durch einen Klick auf den nachstehenden Link aufrufen könnt: http://www.ak-gewerkschafter.de/2013/03/26/wider-das-vergessen/ .

Unser Kollege Alexander hat uns nunmehr den nachstehenden AN-ePAPER zwecks ergänzenden Postens zum Thema auf unserer Homepage zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme zur Verfügung gestellt. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und würden uns über eine hohe Teilnehmerzahl bei allen diesen Gedenkveranstaltungen freuen.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

  Fr, 19. Apr. 2013
Aachener Nachrichten – Stadt / Lokales / Seite 18

Die Gewerkschaften auf ihrem Weg in die Katastrophe

Ausstellung erinnert bis zum 3. Mai an den 80. Jahrestag der Zerschlagung

VON HEINRICH SCHAUERTE

Aachen. In Kürze steht der 80. Jahrestag der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaftsorganisationen an. Aus diesem Anlass zeigt der Deutsche Gewerkschaftsbund bis zum 3. Mai die Ausstellung „Gerade dich Arbeiter, wollen wir“ im Foyer des Technologiezentrums neben dem Gewerkschaftshaus.

Nach der Machtübernahme hatten die Nationalsozialisten bekanntlich nichts Eiligeres zu tun, als die einzige Organisation zu eliminieren, die ihnen noch gefährlich werden konnte. Mit der ihnen eigenen perfiden Symbolik wählten sie dafür den 2. Mai, nachdem sie einen Tag zuvor den ehemaligen Kampftag der Arbeiterklasse zu dem gemacht hatten, was er im Prinzip heute noch ist, nämlich Tag der Arbeit, nicht der Arbeiter. In Aachen geschah das mit billigem Bier auf dem Bendplatz.

Die sozialdemokratisch geführten Gewerkschaften waren willige Helfer dabei, nachdem sie sich schon vorher faktisch aufgegeben hatten. Für die Geschichtsschreibung der Gewerkschaften und der SPD ist das keine einfache Situation. So hatte man zur Ausstellungseröffnung den Referenten Stefan Müller, ehemals Stipendiat der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung geladen, der einen wissenschaftlichen Vortrag über jene Tage hielt.

Er trug Thesen und Unterthesen vor, allerdings sprach die eher überschaubare Zahl der Erschienenen nicht gerade dafür, dass solche Themen noch einen großen Stellenwert haben.

Endpunkt einer Fehlentwicklung

Der Schritt in die Katastrophe, so Müller, sei nur der Endpunkt einer Fehlentwicklung der Gewerkschaften gewesen, die ihren Klassenstandpunkt längst aufgegeben hatten, die reale Entwicklung verleugneten und selbst zu dem Zeitpunkt, als Hitler schon an der Macht war, zu Ruhe und Ordnung statt zum Generalstreik aufriefen.

Ideologisch garniert wurde das mit der heute noch offiziösen These vom Zerreiben der Republik zwischen Links und Rechts, die damals von der SPD erfunden und plakatiert wurde – solange sie noch plakatieren durfte. Wirklich zerrieben wurde allerdings die Gewerkschaftsbewegung und nacheinander alle diejenigen, die zusammen die Katastrophe hätten verhindern können. Die spätere Einheitsgewerkschaft war eine der in Ost und West unterschiedlichen Schlussfolgerungen aus diesem Versagen.

In der Diskussion ging es vornehmlich um die Frage, ob man hätte wissen können, wie das endet und wie sehr Geschichte sich wiederholt oder auch nicht.

Farbe brachte Aachens bekanntester Altkommunist Hein Kolberg in das Geschichtsseminar. Als Veteran, der diese Zeit noch erlebt hat, wies er darauf hin, dass die deutsche Arbeiterbewegung damals die stärkste in Europa war und die Nazis hätte schlagen können. Tatsächlich aber seien schon kurz nach der Machtergreifung die Kommunisten in der Aachener Peterstraße zusammengeschlagen worden, „und das Volk hat zugeguckt, auch die Gewerkschafter, aber 1945 waren wir dann die Schuldigen.“ Das müsse für heute eine Warnung sein, immerhin seien in den letzten Jahren schon wieder 150 Menschen von Neonazis ermordet worden.

Auch Schulklassen können sich anmelden

Die Ausstellung im Technologiezentrum, Dennewartstraße 25, ist frei zugänglich und von montags bis freitags zwischen 8 und 19 Uhr zu sehen. Für Gruppen und Schulklassen wird eine begleitende Führung angeboten sowie die Möglichkeit, im Anschluss Fragen zu stellen. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten unter ☏0241/946710 oder aachen@dgb.de.

 

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