Sollen bei PHILIPS – AACHEN 1200 Stellen abgebaut werden?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Stellenabbau, über den wir als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) ständig auf unserer Homepage publizieren (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=stellenabbau), nimmt immer rasantere Züge an. Heute ist den Aachener Zeitungen zu entnehmen, dass die IG-Metall bei PHILIPS (Standort Aachen) um den Abbau von ca. 1200 Stellen bangt. Hier werden Erinnerungen an die Schließung des Bildröhrenwerks im Jahre 2004 wach!

Den entsprechenden Artikel aus den Aachener Nachrichten haben wir zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis werden wir zunächst einmal ventilieren, wie konkret die Pläne bei PHILIPS sind und kommen dann auf die Angelegenheit zurück.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

  Di, 1. Jul. 2014
Aachener Nachrichten – Stadt / Titel Aachen / Seite 1

Angst um Philips-Standort Aachen

Elektro-Konzern gliedert zwei Bereiche aus, um sich besser auf dem Lichtmarkt zu positionieren. IG Metall fühlt sich fatal an die Schließung des Bildröhrenwerks 2004 erinnert und bangt um 1200 Arbeitsplätze.

Von Heiner Hautermans

Aachen. Die Börsen jubeln, die IG Metall aber schlägt Alarm und fürchtet um den Standort Aachen des Philips-Konzerns mit seinen insgesamt mehr als 1700 Mitarbeitern. Das Elektro-Weltunternehmen hat am Montag in Hamburg angekündigt, die Bereiche „Lumiled LED“ und „Automotive“ in eine eigene Firma mit dann etwa 1,4 Milliarden Euro Umsatz auszugliedern, an der man nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten will.

Nach Ansicht von Analysten wollen die Niederländer so Geldgeber für die aufwendige Entwicklung von LED-Lampen und Autolicht gewinnen. Der Lichtmarkt wird durch das schleichende Ende klassischer Glühbirnen derzeit kräftig umgewälzt, etablierte Hersteller wie Philips müssen sich mit neuen Konkurrenten aus Ostasien messen und immer schneller neue Produkte auf den Markt bringen. Künftig will Philips sich stärker auf komplexe LED-Systeme konzen-trieren, kündigte Konzernchef Frans van Houten an. Die Ausgründung, von der in Aachen 1200 Mitarbeiter betroffen sind, soll Mitte 2015 abgeschlossen sein. Philips-Aktien legten danach um 3,4 Prozent zu.

Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aachen, spricht dagegen von einer „dramatischen Entwicklung für den Standort Aachen“. Beckers befindet sich derzeit zu einer Aufsichtsratssitzung in Hamburg und wurde von der Mitteilung der Konzernleitung am Morgen überrascht. „In Aachen werden größtenteils konventionelle Lampen gefertigt, die spielen keine Rolle mehr“, begründet der Gewerkschafter seine Skepsis. Die Autoindustrie wolle auch bei den Frontscheinwerfern auf LED statt Xenon umrüsten. „Dann kann man spekulieren, wie lange es in Aachen noch dauert, vier oder sieben Jahre.“

Beckers fühlt sich fatal an die Situation nach der Jahrtausendwende erinnert, als die Bildröhrenfertigung in ein Joint Venture ausgelagert wurde, weil man sich „aus einer auslaufenden Technologie verabschieden wollte“. Das Bildröhrenwerk mit etwa 1000 Mitarbeitern wurde daraufhin 2004 geschlossen, die Glasfabrik mit weiteren 400 Beschäftigten folgte zwei Jahre später. Zwar gebe es noch einen weiteren Bereich in Aachen – Halogenlampen für den Haushaltsbereich mit 230 Beschäftigten –, aber der sei durch EU-Vorgaben gefährdet und könne 2016 auslaufen. „Man muss sich fragen, was das langfristig bedeutet; wenn man den größten Bereich runterfährt, zerbricht die ganze Infrastruktur“, fürchtet Beckers. Er fordert Zusicherungen, in die Zukunft der Aachener Arbeitsplätze zu investieren: „Wir sehen hier Philips in der Verantwortung.“

Am Hamburger Firmensitz wollte man die Befürchtungen nicht kommentieren. Beide betroffenen Bereiche seien überdurchschnittlich profitabel, wie sie sich in Zukunft entwickelten, könne man nicht vorhersagen. Sprecher Steve Klink in Amsterdam: „Es sind keine Veränderungen in der Produktion zu erwarten. Auch nicht beim Personal.“  ▶ Lokales

„Es sind keine Veränderungen in der Produktion zu erwarten.“

Steve Klink, Philips-Sprecher

 

Share
Dieser Beitrag wurde unter Aachen, IG-Metall veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.