Karstadt in Not – folgt jetzt der Stellentod? / Ist Rene´ Benko ein „Heilsbringer“ oder ein „Totengräber“?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) haben wir uns seinerzeit mit der Tarifauseinandersetzung bei KARSTADT befasst, wie Ihr es unschwer durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen könnt:

http://www.ak-gewerkschafter.de/2013/07/01/bei-karstadt-drohen-harte-arbeitskampfmassnahmen/ !

Heute nun ist KARSTADT erneut für einen symbolischen Euro verscherbelt worden. Dieses Mal an Rene´ Benko. Wer ist dieser Mann, der mit 17 Jahren die Schule schmiss? Der gebürtige Tiroler sorgte als schillernde Persönlichkeit immer wieder für Schlagzeilen. Das „SPIEGEL-ONLINE-MAGAZIN“ Benko mehr als zutreffend beschrieben. Den Online-Artikel könnt Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/neuer-karstadt-eigner-rene-benko-der-vorbestrafte-immobilien-investor-a-986368.html

Nicolas Berggruen wurde seinerzeit seitens der Belegschaft von KARSTADT und dessen Arbeitnehmervertretung als „Retter“ gefeiert. Da stellt sich grundsätzlich für uns als AK die Frage, ob es in dieser „Bananenrepublik Deutschland“ mit ihrem sozioökomisch-kapitalistischen Gefüge, wo nur der Profit die Maxime allen Handelns ist, es überhaupt „Retterinnen“ und „Retter“ für angeschlagene Unternehmen gibt bzw. geben kann?

Ist Benko´ nicht besser oder schlechter als Berggruen? Welche langfristigen Perspektiven Benko mit dem Einstieg in den absolut angeschlagenen und somit absolut verlustreichen Konzern verfolgt, vermögen die besten Branchenkenner augenblicklich nicht zu sagen. Will Benko letztendlich KARSTADT komplett schließen und komplett verscherbeln? Wie sehen es die Arbeitnehmer bei Karstadt? Derzeit hält die Gewerkschaft Ver.di Nicolas Berggruen, dem einst durch alle Hochgelobten, Versäumnisse vor. Ver.di Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger wörtlich: „Nicolas Berggruen und seine Beauftragten sind an einer Rettung von Karstadt in den letzten Jahren willentlich gescheitert.“ Statt in Karstadt zu investieren, habe Berggruen 2000 Arbeitsplätze vernichtet und Kapital aus dem Unternehmen gezogen. Nutzenberger weiter: „Die Beschäftigten sind von diesem angeblich sozialen Investor Berggruen enttäuscht worden.“

Da fragen wir uns als AK doch: Woran glaubten denn Ver.di, der Betriebsrat und die Belegschaft damals und woran glauben sie heute? Glauben sie eventuell an den sozial eingestellten Investor, der nur eines im Sinn hat, die Arbeitsplätze zu retten?

Die offizielle Online-Mitteilung der Gewerkschaft Ver.di zur KARSTADT-ÜBERNAHME durch Rene´ Benko könnt Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen:

http://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++75d93c1c-2458-11e4-aa45-52540059119e !

Wir prognostizieren als AK heute schon, dass die Karstadt-Belegschaft (17.000 Arbeitnehmer/Innen in 83 Filialen) drastisch reduziert werden wird. Benko wird nichts unterlassen, was seiner Profitmaximierung dienlich sein kann. Er weiß als Kapitalist genau, dass die Lohnkostenfaktoren die größten sind. Er weiß genau, dass das Naheliegende für ihn als Immobilieninvestor ist, Karstadt zu zerlegen und die Gebäude sukzessive in SUPER-Einkaufscenter umzugestalten. Das ist nicht nur unsere Meinung, sondern auch die sehr vieler Kenner der kapitalistischen Immobilienszene.

Jetzt ist die Belegschaft, der Betriebsrat und die Gewerkschaft Ver.di gefordert, futuristisch orientierte Alternativ-Pläne und Abwehrmaßnahmen rein prophylaktisch zu entwickeln. Die Stunde der Wahrheit wird für sie nämlich unausweichlich in absehbarer Zeit kommen! Nachstehend haben wir zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme den Link zu einem Online-Artikel der NRZ mit gepostet, den es aus Hintergrundbelichtungsgründen anzuklicken lohnt:

http://www.derwesten.de/nrz/wirtschaft/karstadt-uebernahme-das-sind-die-fuenf-groessten-baustellen-id9704110.html

Als AK werden wir am Thema bleiben und fortlaufend berichten.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

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