GDL-Steik bei der DB vom 05. bis zum 10.11.14: Der AK meint: „Ein Streik-Orkan bricht bei der DB mitten im heißen Herbst aus!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Tarifauseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn (DB), über die wir als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) fortlaufend berichteten (http://www.ak-gewerkschafter.de/category/gdl/), hat sich zum „STREIK-ORKAN IM HEISSEN HERBST“ entwickelt. Das für unsere Begriffe provokante Verhalten der DB hat nunmehr dazu geführt, dass die GDL zu einem 4-tägigen Flächenstreik aufgerufen hat, den mit Sicherheit wieder weit mehr als 90 Prozent der organisierten Lokomotivführer folgen werden. Die Tagesschau online titelt: „GDL – Die Spitze setzt alles aufs Spiel“ (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/presseschau-gdl-101.html), was uns als Affront gegen die GDL und ihrer berechtigten Forderungen für ihre Klientel erscheint.

Wir finden es richtig, dass die GDL jetzt trotz aller Widrigkeiten, die bestimmte Interessensgruppen gegen sie aufbaut, zeigt, dass sie konsequent, zielorientiert und kämpferisch ihren Weg verfolgt! Das mussten wir alle von vielen Gewerkschaften viel zu lange vermissen! Da kann dann Andrea Nahles noch so mit ihrem undemokratischen „Tarifeinheit-Gesetzesentwurf“ drohen, die GDL lässt das unbeeindruckt.

4 Tage Zugausfälle kosten der DB enorm viel Geld! Das ist allerdings die einzige Sprache, die die Arbeitgebervertreter verstehen! Uns werktätigen Menschen bleibt nicht viel anderes übrig, als die „WAFFEN DER SOLIDARITÄT UND KOLLEGIALITÄT“ in einem Arbeitskampf für berechtigte Zielsetzungen INDULA (= „In diesem unserem Lande“ O-Ton H. Kohl) einzusetzen. In der kapitalistisch ausgerichteten „Bananenrepublik Deutschland“ finden die arbeitenden Menschen nämlich von selbst kein Gehör!

Nachstehend haben wir Euch die komplette und aktuellste Pressemitteilung der GDL zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet:

„GDL – Streik bei der Deutschen Bahn Pressemitteilung – 04.11.2014

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Lokomotivführer, Lokrangierführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Ausbilder, Instruktoren und Trainer in den Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn (DB) am Mittwoch, den 5. November von 15 Uhr im Güterverkehr und von Donnerstag, den 6. November von 2 Uhr im Personenverkehr bis zum gemeinsamem Ende am Montag, den 10. November 2014 um 4 Uhr zu einem Arbeitskampf aufgerufen.

Frontalangriff gegen Koalitionsfreiheit und Tarifpluralität

Der Tarifvertrag für Verfahrensfragen der Deutschen Bahn ist ein Frontalangriff gegen die grundgesetzlich geschützte Koalitionsfreiheit. Die DB und mittelbar auch der Staat als Eigner der DB wollen hier eine Vorstufe eines Tarifeinheitsgesetzes durchsetzen, das im Lichte des Grundgesetzes niemals zulässig wäre. Und genau das wird das Zugpersonal der GDL nicht mitmachen. GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky: „Wir wollen und müssen im Auftrag unserer Mitglieder verhandeln, egal ob diese als Lokführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Ausbilder, Instruktoren oder Lokrangierführer in den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) der DB arbeiten. Dieses Grundrecht ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich. Nach diesem Tarifdiktat sollen wir Scheinverhandlungen für das Zugpersonal führen und würden in Wahrheit zum zahnlosen Tiger. Genau das ist vom Arbeitgeber gewollt.“

Eigenständige Tarifverhandlungen für ihre Mitglieder

Die GDL fordert eigenständige Tarifverhandlungen ohne Einschränkung des Grundrechtes auf Koalitionsfreiheit für ihre mehr als 19.000 Mitglieder des Zugpersonals in den EVU der DB. Die GDL organisiert mehr als 51 Prozent der insgesamt 37.000 Beschäftigten, die im Wettbewerbsmarkt stehen und spezielle Tarifregelungen brauchen. Weselsky: „Uns geht es nicht um die Verwaltung von Tausenden Unorganisierten oder Mitgliedern anderer Gewerkschaften. Wir wollen nur für unsere eigenen Mitglieder die Tarife abschließen. Dieses Grundrecht dürfen uns weder Arbeitgeber noch andere Gewerkschaften absprechen. Zumindest die Gewerkschaften würden sich damit selbst in Frage stellen.“

Mehr Lohn und bessere Arbeitszeitbedingungen

Und beim Zugpersonal liegt noch Vieles im Argen. Die Ruhetagregelungen müssen verbessert, die Überstunden unbedingt begrenzt werden. Weselsky: „Es muss Schluss sein damit, dass die Kollegen wegen maßloser Überstunden schon im September ihre Jahresarbeitszeit erfüllt haben und ihnen zustehende Freizeit dauerhaft entzogen wird.“ Außerdem fordert die GDL fünf Prozent mehr Entgelt. „Das ist bei den Gewinnen der DB sehr moderat, insbesondere wenn man bedenkt, dass ein Lokführer nach 20 Berufsjahren 1.750 Euro und ein Zugbegleiter 1.300 netto bekommt“, so Weselsky.

Die DB erklärt, dass zwei Tarifverträge für die gleiche Berufsgruppe nicht funktionieren würden. Dabei praktiziert sie das selbst seit Jahren mit Vollzeitangestellten, Teilzeitmitarbeitern, Mitarbeitern mit und ohne Besitzstandwahrung, Beamten und Leiharbeitern. GDL-Bundesvorsitzender: „Dass die DB lieber nur mit ihrer angepassten Hausgewerkschaft Tarifverträge abschließt, kann ich gut verstehen, aber die Mitglieder haben sich nun einmal für uns entschieden. Diese Entscheidung beruht auch auf der klaren Erkenntnis, dass nur die GDL mit ihrem Flächentarif bei der DB und den einheitlichen Rahmenregelungen im gesamten Eisenbahnverkehrsmarkt das Lohndumping und die Arbeitsplatzangst beendet hat.“

Solange die DB die Grundrechte der GDL-Mitglieder nicht anerkennt, so lange kann der Tarifkonflikt nicht beendet werden. Erst mit den inhaltlichen Verhandlungen über Arbeitszeit und Entgeltfragen sind Kompromisse möglich. Grundrechte sind unteilbar und unterliegen keinesfalls der Verfügungsgewalt der DB.“

Solidarität mit der GDL ist das Gebot der Stunde! Als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) werden wir fortlaufend über den Fortgang der Angelegenheit berichten.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

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