Hoffentlich zahlt sich der Arbeitskampf der Textilarbeiter/Innen in Kambodscha auf Dauer aus!?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) hatten wir uns vor einiger Zeit mit dem Kampf der kambodschanischen Textilarbeiter/Innen befasst, wie Ihr es durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen könnt:

http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=textilarbeiter+in+kambodscha!

Heute (Samstag, den 27.12.2014) ist in der Aachener Zeitung (AZ) ein etwas größerer Bericht der Reporterin Christiane Oelrich erschienen. Unter dem Titel! „Der Arbeitskampf hat sich ausgezahlt“ und Untertitel: „Die Textilarbeiterinnen in Kambodscha erhalten deutlich erhöhten Mindestlohn. Jetzt laufen die Frabrikanten Sturm.“, stellt diese den Arbeitskampf, bei dem es ja auch Tote gab, als erfolgreich dar. Der Mindestlohn sei von 80 auf bald 128 Dollar gestiegen. Das sind umgerechnet 100 Euro im Monat.

Jetzt laufen dagegen die Fabrikanten Sturm, die es bejammern, dass die Kosten nunmehr zu hoch seien und die Einkäufer abspringen würden.

Wörtlich aus dem AZ-Artikel zitiert:

„…´Wieso sollte jemand Kleidung in Kambodscha kaufen, wenn er die anderswo billiger bekommen kann?´, sagte der Generalsekretär des Textilindustrieverbandes (GMAC), Ken Loo. ´Ich weiß von mehreren Firmen, die den Abzug schon beschlossen haben.´ Die aktuelle Statistik belegt das nicht: Die Zahl der Fabriken stieg von 420 im Mai 2013 auf jetzt 506, so das Handelsministerium. Die taiwanesische Textilfirma Grand Twin Towers (GTI) gehört mit fast 600 Arbeiterinnen zu den großen. Sieh näht alles, von Skianzügen bis Strandmode. Als Kunden nennt GTI große internationale Bekleidungskonzerne. Der Umsatz ging im dritten Quartal allerdings zurück – GTI macht Streiks und Lohnerhöhungen dafür verantwortlich. ´Einige unserer Kunden haben ihre Produktion verlagert, um die Stabilität der Lieferung zu sichern´, sagte GTI-Sprecher Stanley Shen der ´Phom Penh Post´. Dabei haben Marken wie C&A, Tchibo und H&M erst im September gemeinsam an die kambodschanische Regierung geschrieben: ´Unsere Kaufpraxis erlaubt faire Löhne, von denen man leben kann .´Mit anderen Worten: Sie versprechen, Kambodscha auch bei Gehaltserhöhungen die Stange zu halten. ´Wir erwarten, dass Regierung und Verband die Gehaltserhöhungen auch überall durchsetzen.´ International ist Kambodscha mit seiner Textilindustrie ein kleiner Fisch. China hat laut der Consultingfirma McKinsey 18000 Fabriken. Indien 11000 und Bangladesch 4000. China macht weltweit 50 Prozent der Exporte aus, Bangladesch fast sieben und Kambodscha nicht mal zwei Prozent. Aber das Gewerbe ist für den bitterarmen Staat lebenswichtig: Textil- und Schuhindustrie machen mit 5, 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 80 Prozent der Exporte aus (2013). Kambodschas Regierung hat sich auch zu automatischen Lohnerhöhungen jedes Jahr bereiterklärt. Ein Fortschritt, sagt Malte Lübker, Experte für Lohnfragen bei der Internationalen Arbeitsorganisation in Bangkok. ´Wenn es noch einmal solche Auseinandersetzungen gegeben hätte – das wäre das Ende des Sektors gewesen. Dann hätten es sich viele Marken aus Imagegründen nicht mehr leisten können, dort zu produzieren.´…“

Soweit sei der Artikel in der AZ dazu zitiert. Ob sich allerdings diese Situation auf Dauer halten und verbessern lässt, ist von der Wachsamkeit und Kampfbereitschaft der kambodschanischen Kolleginnen und Kollegen abhängig. Denn eines ist sicher: IM KAPITALISMUS IST DER PROFIT UND DESSEN MAXIMIERUNG DIE MAXIME ALLEN HANDELNS! DER MENSCH BLEIBT DABEI LEDIGLICH EIN PRODUKTIONS- (Arbeitskraft) UND KOSTENFAKTOR, DEN ES OPTIMAL AUSZUBEUTEN GILT! DABEI BLIEB IN DER VERGANGENHEIT UND BLEIBT IN DER GEGENWART UND AUCH IN DER ZUKUNFT DER HUMANISMUS AUF DER STRECKE!

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

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