Drei Meinungen zum Begehren der NRW-Landesregierung die Studentenwerke in „Studierendenwerke“ umzubenennen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) beobachtet auch die Szenerie bei den Studentenwerken in Deutschland (http://www.ak-gewerkschafter.de?s=studentenwerke) und ganz besonders die bei den Nordrhein-Westfälischen aufmerksam.

Jüngst noch hatten wir einen Artikel unter dem Titel „Eine tobende Debatte bei den Studentenwerken über geschlechtsneutrale Bezeichnungen zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet, den Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link noch einmal auf- und in Erinnerung rufen könnt:

http://www.ak-gewerkschafter.de/2015/02/18/eine-tobende-debatte-bei-den-studentenwerken-ueber-geschlechtsneutrale-bezeichnungen/ !

Dieses Thema stand dann am 24.02.2015 auch ganz groß in den Aachener Zeitungen AZ und AN zu lesen.

Einige Leserbriefe dazu, die bis dato noch nicht veröffentlicht sind, haben uns erreicht. Diese Leserbriefe sind es auf jeden Fall wert, veröffentlicht zu werden. Wir haben uns die Vorabveröffentlichung erlaubt und bringen Euch diese nachstehend zur Kenntnis.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

Bis dato unveröffentlichte Leserbriefe zum Artikel der AZ/AN-Zeitungsausgaben unter dem Titel: „Neuer Name: Studentenwerke wehren sich“ vom 24.02.2015 (Der Klick auf den nachstehenden Link führt zum Artikel: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/neuer-name-studentenwerke-wehren-sich-1.1033990) :

Manfred Engelhardt aus Aachen-Brand schreibt:

„Sehr geehrte Damen und Herren

zu Ihrem Artikel „Neuer Name: Studentenwerke wehren sich“ in Ihrer Zeitungsausgabe vom 24.02.2015 bitte ich höflich um Veröffentlichung des nachstehenden Leserbriefes:

Als jemand, der 35 Jahre dem Studentenwerk Aachen als Beschäftigter angehörte und sich heute im Ruhestand befindet, kann und darf ich nicht zu dem schweigen, was die Landesregierung von NRW hier mit den 12 Studentenwerken vorhat.

Da wird auf Teufel komm raus nach einem geschlechtsneutralen Namen für die Studentenwerke gesucht, weshalb auch immer. Und dann verfällt man auf die glorreiche Idee, die Studentenwerke iin Studierendenwerke umbenennen zu wollen. Solch einen, für die betroffenen Studentenwerke kostenverursachenden Unsinn können sich wohl auch nur Politikerinnen und Politiker ausdenken, die sich an Dingen hochziehen, die nicht von Relevanz sind.

Ganz abgesehen davon, dass Wort „Studierende“ grammatikalisch nicht einwandfrei ist, denn das Partizip Präsenz beschreibt etwas, das man/frau (Mensch) im Moment tut, und keinen Status, gibt es aus meiner Sicht keinen Handlungsbedarf für derartige Umbenennungen.

Der Student studiert! Die Studentin studiert! Beide studieren, wenn sie nicht gerade das Studium für das Geldverdienen unterbrochen haben. Die Einrichtung der Studentenwerke (Mensen, Wohnheime, Cafeterien, Kindertagesstätten, BAföG-Ämter etc.) nutzen sie berechtigt weiter, auch wenn sie interimsmäßig nicht studieren.

Die Landesregierung von NRW wäre besser beraten, wenn sie ihre Bezuschussungspolitik einmal auf den Prüfstand der Bedürfnisse der Studentinnen und Studenten und deren familiären Ersatz, nämlich die Studentenwerke, stellen würde. Schon vor 30 Jahren begann die sukzessive Zuschusskürzung von Landesmittel für die Studentenwerke, was fatale Folgen für die bedürftigen Studentinnen und Studenten -besonders aus Arbeitnehmerfamilien- nach sich gezogen hat!

Als Ehrenvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Personalräte der Studentenwerke Deutschlands beobachte ich auch heute noch die Szenerie der Studentenwerke sehr aufmerksam. Ich stelle dabei zunehmend fest, dass gerade in Nordrhein-Westfalen mit diesem Thema viel Lärm um Nichts gemacht wird. Vermutlich deshalb, weil damit von einer Kürzungspolitik der Landesregierung bei der Bezuschussung der Studentenwerke abgelenkt werden soll.

Für die Veröffentlichung meines Leserbriefes sage ich Ihnen im Voraus meinen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Engelhardt

-Ehrenvorsitzender der Bundes-ARGE der Studentenwerkspersonalräte in Deutschland und Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerkspersonalräte in NRW-

Freunder Landstr. 100

52078 Aachen

Handy-Nummer: 017 19 16 14 93″

„Dion Geilenkirchen

Guten Tag wertes AZ-/ AN-Team,

es wäre sehr begrüßenswert, wenn Sie zur Kritik an der geforderten Namensänderung meinen nachstehenden
Leserbrief veröffentlichen würden.
Bei der Bezeichnung männlicher Wildschweine ist mir ein Fehler unterlaufen („Eber“ anstatt „Keiler“), den ich im
nachfolgenden Text korrigiert habe.

Zunächst glaubte ich bei diesem Artikel an einen vorgezogenen Aprilscherz. Aber durch das Interview mit Frau Ulrike Brands (Gleichstellungsbeauftragte der RWTH Aachen) wurde die wahnwitzige Forderung der Landesregierung aber krass bestätigt.
Als Begründung für die Namensänderung von „Studentenwerk“ in „Studierendenwerke“ gab Frau Brands u.a. an, dass es „immer mal wieder“ Beschwerden hinsichtlich nicht geschlechtergerechter Bezeichnungen gibt.

Mit solch unsinnigen Forderungen geht jegliches Augenmaß verloren, und aufgrund dieser lächerlichen, weil ad absurdum geführten Forderung, wird dem weiblichen Geschlecht eher geschadet als genutzt.
Warum kann man denen, die „immer mal wieder“ solche vorgeblichen Beschwerden äußern, nicht einfach entgegen halten, dass dann mit gleicher Konsequenz auch sämtlichen negativ belegten Bezeichnungen wie z.B. „Ruhestörer“, „Raucher“, „Verbrecher“, „Dieb“, „Mörder“ u.v.m. mit gutem Recht auch (!) stets geschlechtergerechte Bezeichnungen –in diesem Fall dann weibliche Bezeichnungen– vorgesetzt werden müssten.
Ein Blick in die Zukunft lässt dann leicht prognostizieren, dass bei verstärktem Tierschutz irgendwann dann auch Hunde nur noch mit „Hündinnen und Rüden“, Wildschweine mit „Bachen und Keiler“ und Würmer mit „Würminnen und Würmer“ bezeichnet werden müssen…

Ebenfalls sollte man diesen Sprachbanausen einmal vorrechnen, wieviel Geldmittel damit auch den Ärmsten in unserem Land vorenthalten –richtiger: gestohlen– wird! Sollte die Landesregierung wirklich so leichtfertig mit unseren Steuergeldern umgehen, muss der Wähler das bei der nächsten Wahl entsprechend „belohnen“!

Bei etwaigen Rückfragen bin ich zu erreichen unter 0175-4383 525
(ggf. bitte Nachricht auf Mailbox hinterlassen).

Bis auf weiteres zeichne ich
mit freundlichem Gruß,
DION GEILENKIRCHEN“

Andreas Trébs aus Herzogenrath schreibt:

„Ich bin ein Mitarbeiter des Studentenwerkes Aachen gewesen
und jetzt berentet. Aus dieser Sicht kann ich sagen, dass eine
Umbenennung auf „Studierendenwerke“ regelrecht unsinnig ist.
Die Kosten bewegen sich um die 50.000 €. Eine Frau Ulrike Brands,
Gleichstellungsbeauftragte er RWTH AC, hantiert mit Begriffen in
der deutschen Sprache herum, die nicht begreifbar sind. Ja, sie
muss ihren Job beweisen, aber, so denken viele, tut sie das falsch.
Die Angestellten und der Personalrat des Studentenwerkes AC hatten
seit langem in Briefen, Kommentaren, innerbetrieblichen Schriftstücken
usw. die Geschlechterposition beachtet, wie z.B. „die Studenten/innen-
Schüler/innen, Mitarbeiter/innen usw.“ Außerdem ist das Wort
-Studentenwerk- in der deutschen Sprache im ersten Teil im Plural
und letztlich als sächlich eingestuft. Damit ist der Name komplett
neutral und nicht diskriminierend. Anhand der möglichen enormen
Kosten muss ich aufzeigen, dass wir als Mitarbeiter/innen immer
Schwierigkeiten hatten, selbst geringe Gelder zu bekommen, z.B.
Anschaffungen für die Wohnheime der Studenten/innen oder für
kleine Büro/Materialbestellungen für die Mitarbeiter/innen. Was
jetzt von Frau Brands und den Damen und Herren der Regierung
angeregt wird, ist nach meiner Ansicht vollkommen verzerrt und
regelrecht überzogen. Ich hoffe, dass freie Gelder von den Studentenwerken
in das Umfeld der Studierenden fließt und nicht in die Ideen von
überdrehten, geschlechtsradikalen und profilierungssüchtigen
Verwaltungsmitarbeiter/innen.

Andreas Trébs“

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