Ver.di-Netzwerk: Mehrheit auf der Streikdelegiertenversammlung in Frankfurt war gegen die Annahme des Schlichterspruches im Kita-Bereich!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) haben wir beständig über die Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst (Kitas) berichtet, wie Ihr es unschwer durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen könnt:

http://www.ak-gewerkschafter.de/kitas+streik !

Noch am gestrigen Tage berichteten wir über die avisierte Mitgliederbefragung zum Schlichter-Spruch innerhalb der Gewerkschaft Ver.di (http://www.ak-gewerkschafter.de/2015/06/25/sozial-und-erziehungsdienst-kitas-jetzt-haben-die-betroffenen-das-wort-ver-di-will-mitgliederbefragung-durchfuehren/) !

Heute liegt uns eine Information des Ver.di-Netzwerk (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=verdi+netzwerk) vor, die beinhaltet, dass die Mehrheit der Streikdelegiertenversammlung in Frankfurt gegen den Schlichterspruch gestimmt hat! Das ist ein guter Auftakt zu einer hoffentlich breiten Mehrheit gegen den Schlichter-Spruch auf der Ver.di-Mitgliederebene.

Wir werden weiter berichten.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

Ver.di Netzwerk teilt mit:

„/Sozial- und Erziehungsdienst: Mehrheit der
Streikdelegiertenversammlung in Frankfurt gegen Schlichterspruch/

/von Julian Koll, Delegierter für Dortmund/NRW*/

Die Stimmung auf der Streikdelegiertenkonferenz im Sozial- und
Erziehungsdienst am 24. Juni war explosiv. Nach Darstellung des
Schlichtungsergebnisses sprachen sich zunächst alle Redner/Innen gegen
die Annahme aus. Aus Sicht der überwiegenden Mehrheit der 330Anwesenden
ist diese Empfehlung nicht annähernd die Aufwertung, für die knapp vier
Wochen gestreikt wurde.

Nur 3,3 Prozent durchschnittliche Erhöhung nachdem im Durchschnitt 10
Prozent gefordert gewesen waren, dass auch noch mit einer fünfjährigen
Laufzeit verbunden. Vor allem viele Sozialarbeiter/Innen und
Sozialpädagog/Innen, die nur 1,28 Prozent Erhöhung in der Entgeltgruppe
S12 erhalten, lehnen das Ergebnis ab.

In einigen Bezirken hatte es am Abend zuvor bereits Versammlungen mit
den Kolleg/Innen gegeben, auf denen die Abstimmungen ebenfalls eindeutig
ausfielen. So gab es einstimmige Voten in Dortmund und Bochum/Herne für
die Fortsetzung des Streiks von je 600 beziehungsweise200 anwesenden
Kolleg/Innen! Auch in vielen hessischen Bezirken hatten entsprechende
Diskussionen und Abstimmungen stattgefunden.

Bedenken

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske argumentierte für die Annahme des
Schlichterspruchs. Dabei warf er vor allem Zweifel an den
Erfolgsaussichten einer Streikfortführung auf, vor allem wegen
feindlicher Medienberichterstattung und einer drohenden
Entsolidarisierung der Eltern.

Es wurde eine Pause einberufen, in der alle Bedenken nochmals diskutiert
werden sollten. Nach der Pause sprachen sich dann tatsächlich drei
Bezirke für Annahme des Schlichterspruches aus. Doch die Mehrheit war
immer noch dagegen.

Solidarität

Sicher müsste für eine fortgesetzte Streikunterstützung durch die Eltern
noch mehr getan werden. Doch gerade durch fachbereichs- und
gewerkschafts-übergreifende Solidaritätskampagnen wäre genau das
möglich. Ein Ansatzpunkt läge allein darin, die jetzt stattfindenden
Streiks zu koordinieren und gemeinsam auf die Straße zu gehen.

Eine Kollegin brachte zum Ausdruck, dass sie den Ausdruck habe, dass
Frank Bsirske keine gemeinsame Streikbewegung der verschiedenen
kämpfenden Bereiche wie Amazon, Einzelhandel, Charité und so weiter
wolle. Für ihren kämpferischen Beitrag bekam sie viel Applaus aus der
Versammlung.

Urabstimmung oder Mitgliederbefragung

Nun schlug Frank Bsirske vor, eine Urabstimmung einzuleiten. Doch das
wäre eine Urabstimmung über das Schlichter-Ergebnis gewesen, also das,
was die Mehrheit nicht wollte! Das lehnte die Versammlung ab. Daher
wurde am Ende auf Bsirskes Vorschlag hin eine Mitgliederbefragung
beschlossen. Bei dieser gibt es keine 75-Prozent-Regelung. Klar ist
aber: Die ver.di Führung will keine Fortsetzung des Streiks und sie wird
dies in den gewerkschaftsinternen Rundschreiben und Medien deutlich
machen. Bsirske hat bereits in einem Video auf der Ver.di-Homepage
gesagt, dass es ja nicht darum ginge, ob man sich ein besseres Ergebnis
vorstellen könne, sondern ob man mit einer Fortsetzung des Streiks etwas
Besseres erreichen könne. Das kann nur so verstanden werden, dass er
selbst dies nicht für möglich hält. Da muss massiv gegen gehalten werden!

Kampagne für Fortsetzung des Arbeitskampfes

Die Kolleg/Innen, die für eine Fortsetzung des Kampfes sind, sollten sich
jetzt koordinieren. Die Mitgliederbefragung muss jetzt durch zeitnahe
Versammlungen der Kolleg/Innen vorbereitet werden. Dort sollte zum einen
natürlich der Inhalt der Schlichterempfehlung nochmal dargestellt
werden. Es müssen vor allem aber auch die Strategien dargestellt werden,
mit dem eine Fortsetzung des Arbeitskampfes erfolgreich sein kann.
Zentral ist, die politische Unterstützung in der arbeitenden Bevölkerung
weiter aufzubauen.

Voraussetzungen für einen erfolgreichen Arbeitskampf:

-Dazu ist eine aktive und breite Kampagne von ver.di und aller
DGB-Gewerkschaften nötig. Diese kann beinhalten:

-Betriebs- und Personalversammlungen bundesweit und an einem Tag,
verbunden mit massenhaften Protestaktionen vor den Rathäusern

-Diskussion und Vorbereitung von Solidaritätsstreiks

-Zusammenführung der laufenden Streiks durch gemeinsame koordinierte
Aktionen

-Eine bundesweite Großdemonstration aller Streikenden und
Unterstützer/Innen (SuE, Einzelhandel, Post, Amazon, …)

Um diese Forderungen zu erheben und innerhalb der Gewerkschaft
durchzusetzen, müssen sich KollegInnen zusammen schließen und
miteinander abstimmen. Wer Interesse an einer Koordinierung oder weitere
Vorschläge hat, kann sich gern meldeninfo@netzwerk-verdi.de
info@netzwerk-verdi.de

/*Angabe dient zur Kenntlichmachung der Person/

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