„Die Beziehungskiste“ Teil II von Dinarin Aleksandar Nikolic (Schwarz, tiefgründig, hintersinnig und doch humorvoll!)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied und Schriftsteller Dinarin Aleksandar Nikolic (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=dinarin+aleksandar+nikolic) hatte uns ja wieder eine Erzählung unter dem Titel „Die Beziehungskiste“ zukommen lassen, deren Teil I wir bereits am 30. Juli 2015 für Euch veröffentlicht hatten und den Ihr durch den Klick auf den nachstehenden Link noch einmal aufrufen könnt:

http://www.ak-gewerkschafter.de/2015/07/30/die-beziehungskiste-von-dinarin-aleksandar-nikolic-schwarz-tiefgruendig-hintersinnig-und-doch-humorvoll/ !

Heute nun wollen wir Euch den Fortsetzungs- und Schlussteil dieser Erzählung auf unsere Homepage posten, was nachstehend geschehen ist.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

http://www.bestattungen-kempe.de/wp-content/uploads/2012/06/009_kiefer_schwarzer_klavierlack-150x150.jpg

„Die Beziehungskiste“ Teil II einer Erzählung des Kollegen Dinarin Aleksandar Nikolic

„Die beiden versicherten sich noch gegenseitig, die Kinder erfolgreich erzogen zu haben, so dass sie die intellektuelle Laufbahn einschlagen konnten, die einen großen gesellschaftlichen Erfolg garantiert.

Da die beiden sich geeinigt hatten, aneinander fest glauben und sich eine eigene Welt geschaffen haben, sind sie überzeugt, dass die Gardinen rosa sind. Sie halten genau das, woran sie glauben für wahr, obwohl es Lüge ist.

Wenn die beiden und ihre intellektuellen Kinder Besuch haben, lächeln sie alle etwas entrückt, aber gütig und wirklich nachsichtig mit den unwissenden Gästen, die die dekorativen weißen Gardinen loben. Sie sind nun mal eine verschworene Gemeinschaft, die über so tiefe Erkenntnisse verfügt und sogar das Geheimnis der

Liebe ergründet zu haben glaubt und den Gästen, die diese hohe Entwicklungsstufe nicht erreicht haben, nicht das Universum, das sie erreicht haben, erklären können.

In dieser verschworenen Gemeinschaft wehren sie gemeinsam alle Angriffe, auch solche, die gar keine Angriffe sind, ab.

Sie sind fest entschlossen, durch festen Glauben wahr werden zu lassen, was sie erfunden haben.

Dass sie tunlichst vermeiden, die Gardinen anzusehen, liegt daran, dass sie einander geschworen haben, sich vom Teufel nicht in Versuchung führen zu lassen, der ihren Glauben zerstören würde.

So vergeht Jahr um Jahr, der Hass auf einander nimmt stetig zu, weil weder sie, noch der Partner das bekommen, was sie ersehnen. Da sie nun bis zum Tod miteinander verschworen sind, quälen sie einander weiter, aber trösten einander mit dem weit bekannten Satz: Leiden gehört nun mal zum Leben, was in Wirklichkeit, und Wirklichkeit ist Wahrheit, absoluter Unsinn ist.

Nach Jahren haben sie einander nichts zu sagen, hassen einander abgrundtief, selbstverständlich ohne sich das einzugestehen.

Das letzte Drittel des Daseins, nicht des Lebens, denn das ist kein Leben, also das Rentenalter, von dem sie sich enorm viel versprochen haben, vegetieren sie von Krankheiten gepeinigt, vom gegenseitigen Hass gequält, dahin. Sie zur Hexe, er zum Ungeheuer geworden, sind sie enorm enttäuscht.

Dann, wenn meistens für ihn zuerst, die Glocken die letzte Stunde einläuten, haucht er die letzte Frage: „War das wirklich alles und wenn ja, wofür das Ganze?“

Um dann diese Welt zu verlassen. Irgendwann, später haucht auch sie die letzte Frage: „War es das, das Leben – Kochen, putzen, spülen, waschen – abstoßender Sex – und Leiden. Was soll der Unsinn?“ Dann entschläft sie, wobei ich tunlichst vermeide zu sagen – friedlich.

Diese zuletzt beschriebene Paarung ist in diesem Mitteleuropäischen Kulturkreis die allerhäufigste, wegen dem hohen Bildungsniveau, der verinnerlichten Normen der mittlerweile globalen menschlichen Gemeinschaft, dem festen religiösen Glauben auch außerhalb Europas, dem Willen zum Wachstum, zu immer höherem Standard –     an der Menge bunter Scheinchen (Geld) gemessen.

Ich frage: „Wohin wollt ihr?“

Immer häufiger, im Vergleich zu vorherigen Generationen jedoch, zerbricht diese Beziehungskiste an unerträglichem Leid und gegenseitigem Hass.

Gemäß dem Motto – Neue Beziehungskiste, neues Unglück, werden immer wieder neue Versuche gestartet, die letztendlich zum gleichen Ende führen, wie eine bis zum letzten Atemzug fortgeführte Beziehungskiste.

Ich sage, ohne überzeugen zu wollen – Ist keine Liebe da, wird sie mit Sicherheit niemals zu erlernen sein, sie wird sich niemals einstellen.

Ich bewerte nicht, wie gesagt, ich bin Beobachter und ab und an Berichterstatter.

Ich überlasse es den Lesern oder Hörern darüber zu denken, wie sie können, wollen oder müssen.

Ich sage bewusst nicht, sie sollen sich eine eigene Meinung bilden, denn ausnahmslos sind eigene Meinungen Irrtümer. Eigene Meinungen basieren auf so genannten eigenen Wahrheiten und eigene Wahrheiten gibt es nicht, denn Wahrheit ist nicht zu haben. So genannte eigene Wahrheiten sind eigene Lügen. Nur die Wahrhaftigkeit, das Haften an der Wahrheit bewirkt wahres Wissen, das in jeder Wahrhaftigen Begabung enthalten ist.

Daher sind Meinungen absolut nicht gefragt, sondern das eigene wahre Wissen und das Wissen um die absolute Wahrheit.

Erkennen sie verehrte Leserinnen und Leser warum sich die BRD abgeschafft hat?

Übrigens, es ist fast überflüssig zu sagen – die Gardinen sind Weiß.

Dinarin Aleksandar Nikolic“

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