Ralph Quartens futuristische (Horror-) Traum – Story über die Post AG und der Delivery GmbH:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis – (AK-) Mitglied Ralph Quarten (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=ralph+quarten) hat uns die fiktive Story mit dem Titel „Ein Traum“ zukommen lassen.

Diese futuristische Story befasst sich mit der Post AG und der jüngsten Ausgliederung der Paketzustellung in die neugegründete Post AG – Tochter DELIVERY und eventuell daraus resultierenden Folgen.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

Ralph Quartens Story:

„Ein Traum“

Vorwort des Autors:

„Eine fiktive Erzählung, die als eine Vision des Autors, der Mitarbeiter bei der Deutschen Post AG ist, als Schlussfolgerung seiner Beobachtungen der letzten Geschehnisse – vor Allem denen der Ausgliederung der Paketzustellung in eine neugegründete Tochter-GmbH, genannt Delivery, bezeichnet werden kann.

Die freie Meinungsäußerung ist gewährleistet und keiner wird persönlich dadurch angegriffen –

Vielleicht, lieber Leser, finden Sie sich in der einen oder anderen Vision wider?

Wem diese Erzählung nicht gefällt, der habe das Recht, ihr keiner weiteren Beachtung zu schenken und sich vielleicht dem einen oder anderen Artikel auf dieser Homepage zu widmen.“

Die Story:

„Wir befinden uns im Jahr, sagen wir mal 2022. Doch begeben wir uns in meinem Traum zurück ins Jahr 2018.

Es begab sich, dass zum Jahresende der Ausschluss aus der Fremdvergabe nicht nur komplett in der Abteilung der Paketdienste, sondern auch bei den Briefdiensten revidiert wurde. Und bei vielen dieser Mitarbeiter liefen deren Verträge zufälligerweise zu diesem Stichtag (Jahresende) aus.

Die ver.di versuchte im Vorfeld mit allen ihnen möglichen Mitteln, dieser Entscheidung des Arbeitgebers entgegenzuwirken, doch mangels Rückhalt an der Basis konnte sie nichts mehr bewirken.

Soll man derer Argumentation trauen, dann habe es daran gelegen, dass die Angestellten zu gespalten in Ihren Ansichten waren und das Los einer schlechter bezahlten Arbeitsstelle gar keiner Arbeitsstelle vorgezogen wird.

Die Beamten der AG zogen Mitte 2019 nach! Warum? Ach ja, da war ja noch 2015 diese Änderung im Postpersonalgesetz vorgenommen worden!

Der neue Tarif war nicht so hoch, aber da nicht so viele Mitarbeiter da waren, konnte man ja dafür kurze Zeit später offiziell mehr Stunden pro Woche arbeiten. Die damaligen Aufforderungen der ver.di und des Betriebsrats waren laut vieler Annahmen von Kollegen eh nicht zu realisieren. Und dann noch so viel Geld pro Monat zahlen, dass, wie im Sommer 2015, die ersten entfristeten Kollegen in die ersten Delivery-GmbHs dann doch nicht zurückgeführt werden konnten. Es ergab sich damals eine große Austrittswelle aus der Gewerkschaft. Bis heute hat sich ebenfalls kein Betriebsrat gegründet.

Aber die erstmalige “ Wir schaffen Das – Mentalität” scheint bei einigen Kollegen, besonders den Älteren, seit der damaligen Verkündigung von Ende 2019, den Kündigungsschutz nicht mehr zu verlängern, nicht mehr vorhanden zu sein.

Aber auch mir platzt langsam der Kragen – da gab es letztens doch tatsächlich eine Abstimmung mancher Kollegen zugunsten eines weiteren Lohnverzichts wegen Wettbewerbsproblemen und Arbeitsplatzsicherung. Im Gegenzug wurden im Endeffekt Teilbereiche der Delivery ausgegliedert. Die damals gutgläubigen Kollegen wurden allerdings nur zum Teil übernommen!

Ich bin mittlerweile schon chronisch krank vor Sorge um den Arbeitsplatz – vor allen wenn ich so manche hartgesottenen Kollegen beobachte, die die Arbeitsverdichtungen noch ertragen können.

In meinem Alter würde es schwer werden, noch einen Arbeitsplatz mit meinen Qualifizierungen zu bekommen – und die Konkurrenz fährt auf derselben kapitalistischen Spur.

Blicke ich zurück an die Zeit zwischen 2015 und 2018, dann denke ich, wir hätten der Gewerkschaft als Basis ein gewisses Vertrauen entgegenbringen müssen. Man hätte natürlich auch darauf achten müssen, dass eventuelle zu gut gemeinte Sozialpartnerschaft nicht die Überhand bekommt, denn eines ist sicher: Die Post ist schon heute ein gesundes Unternehmen, wie es Jahr für Jahr berichtet wird! Das spekulative Geschäft sollte Grenzen erfahren. Das Augenmerk sollte dafür mehr auf die von früher durch Kunden gelobte Qualität gelenkt werden!

Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass diese Fiktion nie wahr wird!

Ver.di- Kollege Ralph Quarten“

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