„Merkwürdiges“: Dinarin Aleksandar Nikolic erzählt wieder eine Story nach einer wahren Begebenheit!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zum heutigen Sonntag lassen wir unser Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis- (AK-) Mitglied, den Schriftsteller Dinarin Aleksandar Nikolic (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=dinarin+aleksandar+nikolic),  wieder mit einer Erzählung zu Wort kommen.

Unter dem Titel „Merkwürdiges“ hat uns Dinarin Aleksandar eine Story zukommen lassen, die nicht nur einer wahren Begebenheit entspricht, sondern die auch wieder etwas Tiefgang hat und dennoch unterhaltsam ist.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator-

https://ullakeienburg.files.wordpress.com/2011/04/passieren-merkwc3bcrdige-dinge.jpg

(Bild aus: http://ulla-keienburg.com/2011/04/08/hier-passieren-merkwurdige-dinge/)

„Merkwürdiges“: Dinarin Aleksandar Nikolic erzählt diese Geschichte nach einer wahren Begebenheit:

*Ich hörte schon immer gerne Menschen zu und war interessiert, was sie zu erzählen hatten. Dabei darf ich sagen, dass ich zu allermeist weder die Erzählungen noch die Menschen über die Erzählungen bewertet habe. Ich sah das Erzählte als Ausdruck der Persönlichkeit des Menschen, der mir gegenüber stand.

Durch Begegnungen mit verschiedenen Menschen wurde mir klar, dass die Realität nur ein von Menschen erstelltes Konstrukt ist, mit all ihren Regeln, Normen und Gesetzen. Ich denke, die Realität ist nur Anschein und es ist nicht so, wie es scheint. Die Wirklichkeit, die Wahrheit ist, findet in den Köpfen statt und jeder Mensch trägt die Wahrheit in sich, er muss nur bereit sein, sie zu erkennen, um dann die wahre Wirklichkeit zu erleben.

Jenen Spätsommer verbrachte ich damit, verschiedene Cafés, Kneipen und Bars aufzusuchen, eben Orte an denen Begegnungen stattfinden können und ich muss sagen, sehr viele dieser Begegnungen waren sehr interessant.

In jenen, fernen Tagen hatte ich einige Begegnungen, von denen ich berichten möchte. Dabei traf ich Menschen, die in der Realität ein ganz normales Leben führten. Was sie allerdings erzählten, hätte so manch einen Realisten verleiten können, sie für verrückt zu erklären.

So traf ich an einem Abend in der Bar, die ich gewöhnlicher Weise abends aufsuchte, einen jungen Mann. Wir standen nebeneinander an der Bar und er sagte unvermittelt:

„Es gibt keine Liebe mehr unter den Menschen“.

Ein wohlbekannter Ausspruch, dachte ich und antwortete:

„Das ist nichts Neues“.

„Aber gerade deswegen bin ich hier. Ich habe einen Auftrag.“

„Was denn für einen Auftrag?“, fragte ich.

„Ich habe den Auftrag, den Menschen die Liebe wiederzubringen.“

„Von wem haben sie den Auftrag?“, wollte ich wissen.

„Von denen, die mich hier abgesetzt haben. Von denen da oben.“

„Werden sie von denen da oben auch wieder abgeholt?“

„Wenn ich den Auftrag erfüllt habe, ja.“

Ich trank das Glas Bier aus und verließ die Bar. Ich hatte nicht den Willen mich auf ein weiteres Gespräch einzulassen und beließ den jungen Mann in seiner Vorstellungswelt oder je nach dem, vielleicht in der Realität, über die ich nichts wusste.

Am darauf folgenden Abend saß ich wieder in dieser Bar und der Barhocker neben mir war frei.

Durch die offene Eingangstür kam ein Mann mittleren Alters und setzte sich neben mich an die Bar. Ohne große Umschweife sagte er:

„Du wirst mich umbringen.“

„Was ist, wie kommst Du darauf?“, fragte ich erzürnt.

„Frag nicht, ich weiß es.“

„Woher weißt Du das?“

„Frag nicht, ich weiß auch wo es geschehen wird.“

„Hör mal, dann sag mir, wo es sein wird, damit ich dorthin kommen kann“, sagte ich erbost.

Ohne ein weiteres Wort stand der Mann auf und verließ die Bar.

Nach diesen Erlebnissen betrat ich die Bar am dritten Abend mit einem unangenehmen Gefühl, in der Erwartung eine weitere merkwürdige Begegnung zu haben und ich sollte Recht behalten.

Ein mir unbekannter Gast stand an der Bar, ich stand daneben und wir kamen ins Gespräch. Im Verlauf des Gespräches offenbarte mir der Fremde, dass er seine Seele verkauft habe, um im Leben Erfolg zu haben. Ich fragte ihn ob er denn jetzt Erfolg hätte, und er erwiderte, es habe sich auf jeden Fall gelohnt.

Ich dachte noch – Jetzt ist er erfolgreich und seelenlos – und ging.

So erstaunlich, obskur und skurril aber auch interessant solche Begegnungen sein können, kann man diese Begegnungen dennoch nur maßvoll ertragen.

Am nächsten Tag entschied ich, die Bar nicht aufzusuchen, ich hatte genug Merkwürdigkeiten gehört und verbrachte den Abend zu Hause.

DINARIN ALEKSANDAR NIKOLIC*

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