Aktuelle Pressemitteilung des BBU in Sachen „ATOMPOLITIK“ im Doppelpack!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute erhielten wir als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) gleich zwei Pressemitteilungen des BBU (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=bbu) über deren Pressesprecher Udo Buchholz erhalten.

Die erste trägt den Titel:

„AKW Grohnde sofort stilllegen!“

Die zweite ist betitelt mit:

„Urananreicherer Urenco mit Halbjahresverlust!“

Beide wichtige Pressemitteilungen haben wir nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage und in die Kategorie „ATOMPOLITIK“ (http://www.ak-gewerkschafter.de/category/atompolitik) gepostet.

Für den AK Manni Engelhardt –Koordinator

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BBU-Pressemitteilung vom 30.08.16 AKW Grohnde sofort stilllegen

„(Bonn, Hannover, Grohnde, 30.08.2016) Nach den jüngsten Vorfällen im
Atomkraftwerk Grohnde (Niedersachsen) fordert der Bundesverband
Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mit Nachdruck die sofortige und
endgültige Stilllegung des umstrittenen Atomreaktors. Nach einem
Arbeitsunfall mit Todesfolge am Freitag (26. August) hatte das
niedersächsische Umweltministerium am Montag (29. August) die
Öffentlichkeit über Probleme mit einem Transportbehälter für
Brennelemente informiert. Die betroffenen Brennelemente sollen jetzt zur
Kontrolle in die ebenfalls umstrittene Brennelementefabrik in Lingen
(Emsland) transportiert werden.

Der BBU erinnert daran, dass der niedersächsische Umweltminister Stefan
Wenzel vor einem Monat ein schnelleres Aus für das AKW Grohnde gefordert
hat. Nach bisherigem Planungsstand soll das AKW erst Ende 2021
stillgelegt werden. Nach Angaben des BBU liegt es in der Hand von
Umweltminister Wenzel, das AKW jetzt vorzeitig stillzulegen. In
Niedersachsen ist das Umweltministerium die zuständige Genehmigungs- und
Aufsichtsbehörde für Atomkraftwerke und sonstige Atomanlagen. Udo
Buchholz vom Vorstand des BBU betont, dass Minister Wenzel jetzt zeigen
muss, wie er sich ein schnelleres Aus für das AKW Grohnde vorstellt.

Weil das AKW Grohnde in der Nähe der Landesgrenze zu NRW steht, sieht
der BBU auch die NRW-Landesregierung in der Pflicht, für die Stilllegung
des AKW Grohnde aktiv zu werden. Die ostwestfälischen Städte Bielefeld
und Paderborn sind nur etwa 60 Kilometer Luftlinie vom AKW Grohnde entfernt.

In einem Aufruf zu einer überörtlichen Anti-Atomkraft-Demonstration wird
das AKW Grohnde in einem Atemzug mit belgischen und französischen
Pannenreaktoren genannt. Die Demonstration findet in zwei Monaten am 29.
Oktober in Lingen statt. Dort werden Brennstäbe hergestellt, die den
Betrieb von Atomkraftwerken aufrecht halten. Und neben der
Brennelementefabrik steht das AKW Emsland (AKW Lingen 2), in dem es auch
wiederholt zu Störfällen gekommen ist. Gemeinsam mit zahlreichen
Anti-Atomkraft-Initiativen, Umweltverbänden und weiteren Organisationen
ruft auch die „Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten“ zur Teilnahme
an der Demonstration in Lingen auf. In dem, Aufruf zur Teilnahme an der
Demonstration heißt es u. a.: „Das AKW Emsland, Grohnde, Tihange, Doel,
Fessenheim, Cattenom und alle anderen AKW abschalten! Sofort!
Energiewende jetzt! Sonne und Wind, statt Fracking, Kohle und Atom!“

Vollständiger Text des Aufrufs und weitere Informationen zur
Demonstration unter www.lingen-demo.de.
Informationen zum langjährigen Wiederstand gegen das AKW Grohnde unter
http://www.grohnde-kampagne.de.

Engagement unterstützen

Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter
www.bbu-online.de; telefonisch unter
0228-214032. Die Facebook-Adresse lautet www.facebook.com/BBU72.
Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str.
55, 53113 Bonn.

Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU
um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU,
Sparkasse Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33).

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen,
Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat
seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und
engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die
themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken.
Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche
Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen
die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für
umweltfreundliche Energiequellen.“

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BBU-Pressemitteilung vom 30.08.2016 Urananreicherer Urenco mit Halbjahresverlust

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)

Gronau/Münster/Bonn, 30. August 2016

Urananreicherer Urenco mit Halbjahresverlust:
-Dividende für Anteilseigner EON und RWE in Gefahr?
-massive Kritik an Urenco-Ukraine-Deal

Der auch im westfälischen Gronau aktive Urananreicherer Urenco hat in
seiner Halbjahresbilanz für das erste Halbjahr 2016 erstmals seit langem
einen Nettoverlust ausgewiesen. Während Urenco im Vergleichszeitraum
2015 einen Nettogewinn von 166 Mio. Euro einfuhr, wurde trotz ungefähr
gleichbleibender Einnahmen und deutlich geringerer Ausgaben nun ein
Nettoverlust von 8,5 Mio. Euro erzielt. Urenco führt diesen
Gewinneinbruch auf Währungsschwankungen sowie ein schwächeres Pfund
Sterling zurück.

´Die neuen Zahlen für Urenco sind bemerkenswert, weil sich der
Urananreicherer bislang immer als profitables Unternehmen dargestellt
hat. Gibt es bei der Urananreicherung neben den Währungsschwankungen
noch andere Geschäftsprobleme, über die die Öffentlichkeit informiert
werden müsste? Mit dem jetzigen Verlust steht auch hinter der bisherigen
Dividende von jeweils knapp 60 Mio. Euro für die deutschen
Urenco-Anteilseigner EON und RWE für 2016 ein großes Fragezeichen,´ so
Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).
Zudem fragt Buchholz, ob mögliche Probleme bei der Inbetriebnahme der
neuen Uranmüllhalle in Gronau eine Rolle spielen.

Die neuen Geschäftszahlen von Urenco zeigen, wie wichtig für den
Atomkonzern der vor einer Woche bekannt gewordene neue Deal mit der
Ukraine ist. Im Laufe der nächsten drei Jahre soll pro Jahr
angereichertes Uran für je zweimal 42 Uranbrennstäbe über die
Brennelementeherstellung von Westinghouse in Schweden an die Ukraine
geliefert werden. Zusätzliche Lieferungen sind als Option vereinbart.
Möglich ist dabei auch eine Urananreicherung in Gronau wie auch im
benachbarten Almelo in den Niederlanden.

´Mit dem Ukraine-Deal greift Urenco vor allem den bisherigen
Weltmarktführer Rosatom an, der bislang die Ukraine beliefert.
Angesichts der neuen Verlustzahlen benötigt Urenco den Deal aber
womöglich auch, um nicht langfristig in die Verlustzone abzurutschen.
Doch die Belieferung ausgerechnet von sowjetischen Schrottreaktoren im
Krisengebiet Ukraine ist ein äußerst brisantes und unverantwortliches
Geschäft. Es ist unverständlich, warum die Bundesregierung hier kein
Veto eingelegt hat,´ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland
gegen Atomanlagen.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen
Umweltschutz (BBU) fordern aufgrund der gefährlichen Unzuverlässigkeit
der ukrainischen Alt-Reaktoren und der instabilen Lage im Kriegsgebiet
im Osten des Landes von der Bundesregierung ein Exportverbot für
mögliche Uranlieferungen aus Gronau. Die Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl vor ziemlich genau 30 Jahren hat dramatisch gezeigt, dass
auch Westeuropa von einem schweren Atomunfall in der Ukraine nicht
verschont bliebe. Die Bundesregierung soll sich stattdessen für den
beschleunigten Ausbau regenerativer und zukunftsfähiger Energien auch in
der Ukraine stark machen.

Weitere Informationen:
www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de,www.urantransport.de

Hinweis für die Redaktionen:
Hier der Link zum Halbjahres-Geschäftsbericht von Urenco:
http://www.urenco.com/news/detail/urenco-group-half-year-2016-unaudited-financial-results

Kontakt:
Udo Buchholz, BBU/AKU Gronau, Tel. 02562-23125
Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen,
Tel. 0176-64699023″

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