Pressemitteilung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema „Kampf für gleiche Bezahlung“!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) hat uns eine Pressemitteilung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss – EWSA – (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=europ%C3%A4ischer+wirtschafts-+und+sozialausschuss) erreicht.
Darin thematisiert der EWSA, dass im Kampf für gleiche Bezahlungen Stereotype enttarnt und die Lohntransparenz erhöht werden müssen.
 
Wir haben die komplette Pressemitteilung nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet und in der Kategorie „EUROPA“ (http://www.ak-gewerkschafter.de/category/europa/) archiviert.
 
Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-
 
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Pressemitteilung des EWSA:
 

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Den Nebel lichten: Im Kampf für gleiche Bezahlung müssen Stereotype enttarnt und die Lohntransparenz erhöht werden 

Sollte der Aktionsplan der Kommission zur Bekämpfung des bestehenden geschlechtsspezifischen Lohngefälles bis Ende 2019 keine Wirkung zeigen, wird der EWSA ggf. stärkere und verbindlichere Maßnahmen fordern. 

Der Europäische Wirtschaft- und Sozialausschuss (EWSA) unterstützt die Bemühungen der Kommission zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles von 16,3 % in der EU, schlägt allerdings weitere Maßnahmen vor, um bei allen für die Lohnunterschiede verantwortlichen Faktoren anzusetzen und insbesondere tief verwurzelte soziale und kulturelle Stereotype, welche die Ausbildungs- und Berufswahl von Frauen bestimmen, zu enttarnen. 

In seiner Stellungnahme zu der Mitteilung der Kommission über einen Aktionsplan der EU 2017-2019 zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles hebt der EWSA zudem die Bedeutung von Lohntransparenz und Entgelt-Audits in Unternehmen hervor. Darüber hinaus fordert er die Kommission auf, von nun an individualisierte Daten zu erheben, um genauere Statistiken über Frauenarmut zu erstellen. Diese bleibt oft verborgen, da die Daten pro Haushalt und nicht individuell erhoben werden. 

Mit genaueren Daten zu den Löhnen könnten die Sozialpartner in fundierte Verhandlungen eintreten, die Schätzungen zufolge von enormer Bedeutung für die Bekämpfung des Lohngefälles sind, sagte die Berichterstatterin der Stellungnahme, Anne Demelenne. Am deutlichsten ausgeprägt sei das Lohngefälle bei Niedriglohnarbeit, die nicht ausreichend in Tarifverhandlungen berücksichtigt werde.

„Die Sozialpartner spielen hierbei eine entscheidende Rolle, denn Schätzungen zeigen, dass das Lohngefälle bei einer Ausweitung des sozialen Dialogs um ein Prozent um 0,16 Prozent sinkt“, erklärte Frau Demelenne. „Durch eine Ausweitung der Tarif- und sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen um 100 % könnte dem Lohngefälle vielleicht sogar ein Ende gesetzt werden“, argumentierte sie, wobei sie einräumte, dass auch viele andere Faktoren eine Rolle spielen.

Die Kommission nennt in ihrer Mitteilung acht Maßnahmenschwerpunkte zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles. Dabei geht es u. a. darum, Ungleichheiten und Stereotype aufzudecken, gegen die berufliche Segregation vorzugehen, die Fähigkeiten weiblicher Beschäftigter besser zu nutzen, die Anwendung des Grundsatzes des gleichen Arbeitsentgelts zu verbessern und für das geschlechtsspezifische Lohngefälle zu sensibilisieren und darüber zu informieren.

Die Zahlen sind alarmierend. Während das Lohngefälle bei ungefähr 16 Prozent verharrt, stieg das Rentengefälle 2015 auf 38 % an. Frauen sind demnach weitaus häufiger von Altersarmut betroffen. 2014 gingen 59,6 % der Frauen einer Beschäftigung nach, gegenüber 70,1 % der Männer im erwerbsfähigen Alter. In der Strategie Europa 2020 wird sowohl für Männer als auch für Frauen eine Beschäftigungsquote von 75 % für das Jahr 2020 angestrebt.

Frauen machen zudem zwei Drittel der Teilzeitbeschäftigten aus, die sich selbst als unterbeschäftigt bezeichnen, da sie eigentlich ihre Arbeitszeit erhöhen wollen.

Laut eines Eurofound-Berichts verursachen die geschlechtsspezifischen Beschäftigungsunterschiede in der EU Kosten in Höhe von fast 3 % des jährlichen BIP, was 370 Milliarden Euro entspricht.

Die Mitberichterstatterin der Stellungnahme, Vladimira Drbalová, sagte, dass es dann größere Fortschritte geben wird, wenn Frauen in besser bezahlte Bereiche wie Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien, Verkehr oder Bauwesen vordringen. 

„Wie aus einer Umfrage der Kommission hervorgeht, würde das BIP der EU um neun Milliarden Euro steigen, wenn Frauen im gleichen Maße wie Männer im IT-Sektor vertreten sind“, führte sie aus. „Deswegen sollten sich Frauen von Stereotypen befreien und sich den Branchen der Zukunft öffnen.“ 

Die Berichterstatterin und die Mitberichterstatterin sind sich einig, dass es Stereotype in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung gibt, die zu einer Segregation auf dem Arbeitsmarkt führen.

Frau Drbalová betonte, dass sich die Dinge durch das bloße Beharren auf Transparenz nicht ändern werden, und berichtete von vielen Unternehmen, die sich bereits bemühen, geschlechtsneutrale Entgeltsysteme zu schaffen.

Nach Ansicht des EWSA spielen die Mitgliedstaaten eine entscheidende Rolle, da sie dafür zuständig sind, mehr Kinder- und Altenbetreuungseinrichtungen bereitzustellen, um so die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu verbessern.

Aufgrund der Sparmaßnahmen nach der Wirtschaftskrise wurde weniger in soziale Infrastruktur, z. B. in Betreuungsangebote für Kinder und ältere Menschen, investiert, weshalb Frauen weniger Optionen haben, um berufliche und familiäre Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren, und gezwungen sind, aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden oder schlechter bezahlten Tätigkeiten nachzugehen.

In diesem Zusammenhang wird in der EWSA-Stellungnahme nachdrücklich darauf hingewiesen, dass im mehrjährigen Finanzrahmen zusätzliche Mittel eingeplant werden müssen, um den Aktionsplan der Kommission vollständig umzusetzen. Bei der Finanzierung sozialer Infrastruktur spielen soziale Investitionen die wichtigste Rolle. Dabei sollte immer die „goldene Regel“ angewandt werden.

Der EWSA hofft, dass die Bemühungen der Kommission bei dem derzeit günstigen wirtschaftlichen Klima und durch die Einbindung der europäischen Säule sozialer Rechte Früchte tragen werden. Andernfalls könnte er in Erwägung ziehen, die Kommission zu weiteren Maßnahmen aufzufordern.

„Falls wir feststellen, dass die Dinge ins Stocken geraten und bis Ende 2019 keine Verbesserung eintritt, brauchen wir verbindlichere Maßnahmen. Wir könnten der Kommission empfehlen, legislative und nichtlegislative Maßnahmen vorzuschlagen. Mit Anreizen, aber möglicherweise auch mit Sanktionen“, so Anne Demelenne abschließend.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: 

Laura Lui, EWSA-Pressereferat

E-Mail: press@eesc.europa.eu

Tel.: + 32 2 546 9189

@EESC_PRESS

VIDEO: Was der EWSA bewirkt hat

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) gewährleistet die Vertretung der verschiedenen Akteure der organisierten Zivilgesellschaft aus Wirtschaft und Gesellschaft. Er ist eine beratende Versammlung und wurde 1957 durch die Römischen Verträge errichtet. Im Rahmen seiner beratenden Funktion können seine Mitglieder und damit auch die Organisationen, die sie vertreten, am Beschlussfassungsprozess der EU mitwirken. Dem EWSA gehören 350 Mitglieder aus allen EU-Staaten an, die vom Rat der Europäischen Union ernannt werden.

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