Die „ATOMMÜLLKONFERENZ“ (70 Anti-Atom-Initiativen) informiert: KONZEPT DER ATOMMÜLL-ZWISCHENLAGERUNG IST GESCHEITERT!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

soeben erhalten wir als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) über den Pressesprecher und Vorstandsmitglied des BBU, dem Kollegen Udo Buchholz (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=bbu%2Budo%2Bbuchholz), eine gemeinsame Presseerklärung der „ATOMMÜLLKONFERENZ“, die aus 70 ANTI-ATOM-INITIATIVEN und Umweltverbände besteht.

Diese Presseerklärung ist überschrieben mit „70 Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbände positionieren sich: Konzept der Atommüll-Zwischenlagerung ist gescheitert !“

Wir haben die komplette Presseerklärung nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet und in der Kategorie „ATOMPOLITIK“ (http://www.ak-gewerkschafter.de/category/atompolitik/) archiviert.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Die ATOMMÜLLKONFERENZ informiert:

Atommüllkonferenz
der Initiativen und Verbände gegen Atomanlagen

Gemeinsame Presseerklärung:

Dienstag, 6. November 2018

Konzept der Atommüll-Zwischenlagerung ist gescheitert
70 Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbände positionieren sich gemeinsam zur Zukunft der Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle

Die Einlagerung hoch radioaktiver Abfälle in tiefengeologische Lager oder andere mögliche Alternativen wird auch nach dem ambitioniertesten Zeitplan noch nicht beginnen können, geschweige denn abgeschlossen sein, wenn die Genehmigungen für die Zwischenlager auslaufen werden. Damit ist das bisher in Deutschland verfolgte Konzept der Zwischenlagerung hoch radioaktiven Mülls, das für 40 Jahre vorgesehen war, gescheitert. Neue Konzepte für eine längerfristige Zwischenlagerung sind dringend erforderlich. Angesichts der Dauer und Tragweite dieser Zwischenlagerung ist die Gesellschaft frühzeitig an der Diskussion und der Entwicklung dieser neuen Konzepte zu beteiligen.

Dies ist eine der zentralen Aussagen eines gemeinsamen Positionspapiers zur Zwischenlagerung von hoch radioaktivem Atommüll, auf das sich nach einem etwa zweijährigen intensiven Diskussionsprozess 70 Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbände verständigt haben. Es wird der Öffentlichkeit heute bei Pressekonferenzen in Düsseldorf und München vorgestellt. Beteiligt sind auch Initiativen von 15 Zwischenlager-Standorten in Deutschland.

http://www.atommuellkonferenz.de/wp-content/uploads/Positionspapier_Zwischenlagerung_hoch_radioaktiver_Abfaelle.pdf

Das Positionspapier „Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle“ ist im Rahmen der Atommüllkonferenz, einem regelmäßigen bundesweiten Treffen von Initiativen, Umweltverbänden und kritischen Wissenschaftler*innen, entstanden. Das Papier ist kein Plädoyer für eine dauerhafte Oberflächenlagerung hoch radioaktiver Abfälle. Auch bis zur Beendigung der Oberflächenlagerung müssen die Abfälle jedoch so sicher wie möglich gelagert werden.

Die bestehenden Zwischenlager entsprechen nicht den notwendigen Sicherheitsanforderungen. Exemplarisch dafür steht das Zwischenlager Brunsbüttel. Diesem wurde gerichtlich die Genehmigung wegen erheblicher „Ermittlungs- und Bewertungsdefizite“ entzogen.

Von behördlicher Seite wurde den Transport- und Lagerbehältern eine Sicherheit über 40 Jahre zugebilligt. Bereits für diese Lagerdauer und erst recht für die unausweichliche Verlängerung um mehrere Jahrzehnte gibt es keine zuverlässigen Sicherheitsnachweise. Diese müssen dringend nachgereicht werden.

Der laxe Umgang der Aufsichtsbehörden mit geltendem Recht ist so alt wie die Nutzung der Atomenergie in Deutschland. Seit 2013 lagern so auch 152 Castorbehälter im AVR-Behälterlager Jülich allein aufgrund einer staatlichen Anordnung. Der damalige Betreiber, das Forschungszentrum Jülich, hatte die Betriebsgenehmigung einfach auslaufen lassen.
Auch die atomrechtliche Aufsichtsbehörde, das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen, griff nicht entschieden ein. Die neuen Verantwortlichen – die BGZ, das EWN und das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit BfE müssen sich vor dem Auslaufen von Betriebsgenehmigungen um Alternativen kümmern, statt die Probleme auszusitzen.

Atomtransporte mit hoch radioaktivem Atommüll in Transport- und Lagerbehältern stellen gerade auch angesichts der Terrorgefahren ein großes Sicherheitsrisiko dar, weil hier nur der Behälter Schutz bietet. Ein Integritätsverlust eines Behälters während des Transports durch einen Unfall oder Terrorangriff würde massive Strahlendosen in der Umgebung verursachen. Insbesondere deshalb müssen Atomtransporte vermieden werden.

Derzeit lagern mehr als 1.000 Castor-Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen in den zentralen Zwischenlagern in Ahaus, Gorleben und Lubmin sowie in den dezentralen Zwischenlagern in Jülich und an 12 AKW-Standorten. Die Anzahl der Castor-Behälter wird sogar noch auf etwa 1.900 anwachsen.

Das gemeinsame Positionspapier mit der Liste aller Unterzeichner*innen finden Sie hier:
http://www.atommuellkonferenz.de/wp-content/uploads/Positionspapier_Zwischenlagerung_hoch_radioaktiver_Abfaelle.pdf

Weitere Informationen: http://www.atommuellkonferenz.de

Kontakt für Rückfragen:
Udo Buchholz, BBU-Vorstandsmitglied u. BBU-Pressereferent, 02562-23125

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Die 70 Unterzeichner*innen des Zwischenlager-Positionspapier‘s:

Initiativen an den Zwischenlager-Standorten

Zwischenlager-Standort Ahaus
Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V.

Zwischenlager-Standort Biblis
AK.W. Ende Bergstraße

„Atomerbe Biblis“ „Umgang mit den atomaren Altlasten“ e.V.
ByeByeBiblis – Energiewende in der Region e.V.

Zwischenlager-Standort Brokdorf + Brunsbüttel
Initiative „Brokdorf-akut“

Zwischenlager-Standort Gorleben
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Zwischenlager-Standort Grafenrheinfeld
Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft (SWAB)

Zwischenlager-Standort Grohnde
Anti-Atom-Bündnis Schaumburg
Anti-Atom-Plenum-Weserbergland
Klimaforum Detmold
Regionalkonferenz AKW Grohnde abschalten

Zwischenlager-Standort Gundremmingen
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Zwischenlager-Standort Jülich
Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich

Zwischenlager-Standort Krümmel
Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom

Zwischenlager-Standort Lingen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf
Elternverein Restrisiko Emsland

Zwischenlager-Standort Lubmin
BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

Zwischenlager-Standort Neckarwestheim
AG AtomErbe Neckarwestheim
Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim
Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn
BI AntiAtom Ludwigsburg

Zwischenlager-Standort Ohu
BüfA Landshut – Bündnis für Atomausstieg

Zwischenlager-Standort Philippsburg
Anti-Atom-Initiative Karlsruhe

Lokale und regionale Initiativen

AAA – Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie
Anti-Atom-Berlin
AntiAtomBonn
Antiatom-Bündnis Niederrhein
Anti-Atom-Gruppe Freiburg
Antiatomgruppe Osnabrück
Anti-Atom-Initiative-Göttingen
Anti_Atom_Plenum Köln
AntiAtom-Rheinberg
Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V.
Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Bendorfer Umweltinitiative e.V.
BI Kein Endlager im Fichtelgebirge
BI Kiel gegen Atomanlagen
BI STOPPT TEMELIN
BI WAA NAA BI gegen atomare Anlagen Weiden-Neustadt/WN
BüfA Regensburg n.e.V. Bündnis für Atomausstieg und erneuerbare Energien
Bündnis gegen Castorexporte
BUND-Regionalgruppe Münster
BürgerAktionSichereAsse (BASA)
Bürger gegen Atomreaktor Garching
Bürgerinitiative Cattenom-Non-Merci
Bürgerinitiativen gegen das AKW Mülheim-Kärlich
Bürgerinitiative Strahlenschutz Braunschweig e.V.
Göttinger Arbeitskreis gegen Atomenergie
Holon-Institut
Initiative AtomErbe Obrigheim
Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von Atomreaktoren
KLAR! e.V., Kein Leben mit atomaren Risiken!
Sofa (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Stop Tihange Deutschland e.V.

Überregionale Zusammenschlüsse und Umweltverbände

Aarhus Konvention Initiative
Anti-Atom-AG im Verband der Motorradclubs Kuhle Wampe
.ausgestrahlt – gemeinsam gegen atomenergie
BAAK Bayernallianz für Atomausstieg und Klimaschutz
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e.V.
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Bündnis für sichere Verwahrung von Atommüll Baden-Württemberg
Gesellschaft für Strahlenschutz e.V.
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)
Landesarbeitskreis Atom des BUND NRW
Mütter gegen Atomkraft e.V.
NaturFreunde Deutschlands
Robin Wood e.V.
Strahlentelex
Umweltinstitut München e.V.

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