Der BBU informiert: „Jodtabletten: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. AKW und Uranfabriken stilllegen – Uranexporte stoppen!“

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) hat uns soebnen über den BBU-Pressesprecher und BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=udo+buchholz+bbu) eine Pressemitteilung des BBU erreicht.

Diese Pressemitteilung ist betitelt mit: „Jodtabletten: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. AKW und Uranfabriken stilllegen – Uranexporte stoppen!“

Wir haben sie nachstehend zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage gepostet und in der Kategorie „ATOMPOLITIK“ (http://www.ak-gewerkschafter.de/category/atompolitik/) archiviert.

Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-

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Der BBU informiert:

Das Foto zeigt die Protestkundgebung am 28.6.2019 vor
dem AKW Lingen 2.

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BBU-Pressemitteilung, 22.08.2019

Jodtabletten: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. AKW und Uranfabriken
stilllegen – Uranexporte stoppen!

(Bonn, Berlin, 22.08.2019) Anlässlich des aktuellen Einkaufs von rund
190 Millionen Jodtabletten durch das Bundesamt für Strahlenschutz hat
der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) in einer ersten
Stellungnahme erneut die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und
sonstiger Atomanlagen in der Bundesrepublik gefordert. Zudem fordert der
BBU, dass sich die Bundesregierung gemeinsam mit den Landesregierungen
massiv für die Stilllegung der AKW und Atomfabriken in ganz Europa – und
anderswo – einsetzen soll.

Am Donnerstag (22.08.2019) wurde bekannt, dass das Bundesamt für
Strahlenschutz in Österreich 190 Millionen Jodtabletten bestellt hat,
die im Ernstfall zum Schutz vor Schilddrüsenkrebs eingenommen werden
sollen. Eine rechtzeitige Einnahme der Jodtabletten soll nach einem
schweren Atomunfall verhindern, dass sich radioaktives Jod in der
Schilddrüse von betroffenen Menschen einlagert.

Udo Buchholz vom BBU-Vorstand bezeichnet die Verteilung von
Jod-Tabletten als Maßnahme gegen AKW-Unfälle für unzureichend, da die
Tabletten maximal vor Schilddrüsenkrebs schützen. Notwendig ist das
sofortige und dauerhafte Abschalten aller Atomkraftwerke. „Und die
Bundesregierung muss endlich die Uranfabriken in Gronau und Lingen
stoppen, die ständig Nuklearbrennstoff für hochgefährliche
Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und in anderen Ländern produzieren
und exportieren. Die rechtliche Handhabe zur Stilllegung der
Uranfabriken hat die Bundesregierung“, betont Udo Buchholz.

Jodtablettenverteilung in den Niederlanden wegen AKW Lingen 2 im Emsland

Der BBU kritisiert, dass die Bundesregierung und das Bundesamt für
Strahlenschutz die hiesigen Atomkraftwerke als sicher bezeichnen. Die
Anschaffung der neuen Jodtabletten wird mit möglichen Störfällen in
grenznahen Atomkraftwerken anderer Länder begründet. „In den
Niederlanden sieht es umgekehrt aus und es wurden bereits Jodtabletten
mit Hinweis auf das AKW Lingen 2 verteilt“, so Udo Buchholz.

https://www.dvhn.nl/extra/Waarom-182.597-Groningse-en-Drentse-kinderen-jodiumpillen-krijgen-22545004.html

Weiterhin kritisiert der BBU, dass völlig unklar ist, wer im Ernstfall
die Tabletten zugeteilt bekommt und wie die rechtzeitige Verteilung
erfolgen soll. In einer Veröffentlichung des Bundesamtes für
Strahlenschutz hieß es Ende Dezember 2018 dazu, dass in der Nähe von
Atomkraftwerken Jodtabletten bereits an alle Haushalte vorverteilt
wurden oder in Rathäusern oder Feuerwehrhäusern gelagert werden. Die
Bevölkerung soll dann durch Aufruf in den Medien aufgefordert werden,
die Tabletten in den Ausgabestellen abzuholen.

http://www.bfs.de/DE/themen/ion/notfallschutz/notfall/fukushima/jodblockade.html

Udo Buchholz vom BBU-Vorstand fragt sich, „wie im Ernstfall die
Jodtabletten im Ernstfall aus den Lagerräumen geholt werden sollen. Bei
einem Atomunfall mit radioaktiven Freisetzungen wird es sicherlich auch
Warnungen geben, Gebäude und Wohnungen nicht zu verlassen.“

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker …

Der BBU weist zudem darauf hin, dass laut Bundesamt für Strahlenschutz„
die Einnahme der hochdosierten Jodtabletten auch mit gesundheitlichen
Risiken verbunden (ist…). Personen, bei denen eine
Schilddrüsenerkrankung bekannt ist, sollten Jodtabletten erst nach
Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.“ Auch da ist laut BBU
fraglich, wie und wo sich im Ernstfall alle Betroffenen ärztlichen Rat
einholen können, wenn aus ihre Häuser ggf. nicht verlassen sollen.

Weitere Informationen zum Thema aus ärztlicher Sicht:

https://www.ippnw.de/atomenergie/artikel/de/ippnw-begruesst-jodtabletten-vorvert.html

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Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um
Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse
Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.

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55, 53113 Bonn.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen,
Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat
seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und
engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die
themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken.
Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche
Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen
die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für
umweltfreundliche Energiequellen.

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