Kollege Heinz Kaltenbach zum Thema STELLENABBAU durch CORONA-HYSTERE: Laut Online-Magazin KONTRASTE baut die Swarovski-Gruppe in Österreich ein Drittel der Belegschaft ab!

Liebe Kolleginnen  und Kollegen,
 
wie wir als Gewerkschafter/Innen-Arbeitskreis (AK) immer wieder festgestellt haben, wird die CORONA-HYSTERIE (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=corona) auch dazu genutzt, STELLENABBAU (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=stellenabbau) zu betreiben.
 
Einen diesbezüglichen Beitrag zum Thema hat uns der Kollege Heinz-J. Kaltenbach (http://www.ak-gewerkschafter.de/?s=kaltenbach) zugesendet.
 
Wir haben diesen zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme nachstehend auf unsere Homepage gepostet.
 
Für den AK Manni Engelhardt -Koordinator-
 

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Heinz-J. Kaltenbach informiert:

Swarovski: 1.800 Entlassungen in Wattens trotz 1 Mio. für Kurzarbeit

Der Besitz des Swarovski-Clans wird auf fast 2,5 Mrd. Euro geschätzt. Der Markenwert türmt sich auf 3,5 Mrd. Euro, der Umsatz 2018 war ebenso hoch. Doch anstatt die Gelder in den Standort und die Mitarbeiter zu stecken, kassiert der internationale Konzern 12 Millionen Euro für die Kurzarbeit – und entlässt jetzt ein Drittel der Belegschaft.

In Tirol ist die Swarovski-Gruppe mit über 6.600 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber. Davon arbeiten allein 4.800 Mitarbeiter in der Kristallsparte in Wattens. Fast alle Mitarbeiter am Hauptstandort Wattens in Tirol sind bis Ende September in Kurzarbeit. Bereits im Juni kündigte man die Entlassung von 200 Mitarbeitern an, nun folgten weitere 1.200. Bis 2022 will die Unternehmensführung ein Drittel der Beschäftigten kürzen.

Seit Jahren strauchelt der Konzern. Nun nutzen sie die Corona-Krise, um ein Drittel der Belegschaft loszuwerden. Zuvor hat man zwölf Millionen Euro an Kurzarbeits-Geldern in Anspruch genommen. Bis zum Ende der zweiten Kurzarbeitsphase wird die staatliche Förderung zwischen 50 und 80 Millionen ausmachen, rechnet die AK.

1.200 Entlassungen seit Juli

Bereits im Juli hat Swarovski 200 Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing am Flagship-Standort Wattens per Email entlassen. Weltweit waren es weitere 600. Nun folgen noch einmal 1.000 – allein in Wattens. Und damit nicht genug: Der Konzern will weitere 600 Arbeitsplätze einsparen.

Bis 2022 bleiben von den 4.600 ursprünglichen Stellen nur mehr 3.000. Damit würde Swarovski in zwei anderthalb Jahren ein Drittel der Mitarbeiter streichen.

Der Betriebsrat warnt schon länger vor dem massiven Personalabbau. Und auch die Gewerkschaft fürchtet, dass weitere Kündigungen folgen werden – trotz Kurzarbeit.

„Das war alles geplant, Swarovski hat genau gewusst, was sie tun,“ sagt der stellvertretende ÖGB-Landesvorsitzender und Landessekretär der PRO-GE Tirol, Robert Koschin.

Am Tag nach Bekanntwerden der Massenkündigungen postet Promi-Sprössling Victoria Swarovski ein Bild der Familie im Luxusurlaub auf Marbella. Die Bildunterschrift: „Familie ist alles. 😍🙏🏻 #4ever“ Der Instagram-Account der Erbin zeigt ein Familieneben im Luxus: mit der Mutter auf dem Speedboat, mit der Tante im Privatjet.

Plan bei Swarovski: Stellenabbau und Billigproduktion

Für 1.000 Mitarbeiter kommt es nach der Kurzarbeit und der Einhaltung der einmonatigen Frist jetzt zur Kündigung – obwohl die Kurzarbeit verlängert werden könnte. Für den Rest der Belegschaft, die fast vollständig in Kurzarbeit geschickt wurde, wird diese verlängert.

„Swarovski wollte schon vorab billiger produzieren. Von regionalen Betrieben und Unterstützungen brauchen wir nicht mehr reden. Man hat genau den einen Monat Behalte-Frist eingehalten, und jetzt schmeißt man die Leute zum ehestmöglicher Zeitpunkt raus“, so Koschin.

Der Betrieb verlagert seit Jahren immer mehr Produktion ins billige Ausland. In Wattens wurden in den letzten Jahren bereits einige Male Stellen abgebaut. Nach der neuesten Kündigungswelle arbeiten dort noch 3.600 Mitarbeiter, weltweit sind es 34.500, 29.000 im Kristallbereich. „So lassen sich ‚Kostenpositionen‘ (wie Mitarbeiter genannt werden) natürlich verbessern – man holt sich Geld vom Steuerzahler, kündigt Mitarbeiter und produziert dann eben in Niedriglohnländern wie Serbien oder Thailand“, so AK Tirol-Präsident Erwin Zangerl. Swarovski produziert neben Tirol, im Fürsten tum Liechtenstein, in Serbien, China, Thailand und Indien.

Die Kristallwelten, entworfen von André Heller, lockten 2018 650.000 Gäste aus 60 Nationen an. Foto: BKP, Share Alike 3.0 Unported.

Familienclan streitet schon lange um Konzern

Aus dem Vorzeige-Betrieb von damals ist eine Enttäuschung geworden. Daniel Swarovski, der den Betrieb in dritter Generation leitete, galt als Arbeitnehmer-Freund, der gemeinsam mit seinen Mitarbeitern ein Imperium aufbaute. „Doch die Stimmung hat sich grundlegend geändert. Wo früher der Sozialgedanke dominierte, regiert nun der Markt, die Gewinnausschüttung muss stimmen“, äußert sich AK Präsident Zangerl zu den Plänen des Konzerns. Heute droht aus dem Standort in Wattens eine Erlebniswelt mit verminderter Mannschaft zu werden.

Die fünf GeschäftsführerInnen sind sich selten einig. Von links: Daniel Cohen, Nadja Swarovski, Mathias Margreiter, Markus Langes-Swarovski (kündigte seinen Rücktritt an), Robert Buchbauer. Foto: Philip Sinden/Swarovski

Die Swarovski Gruppe wird aktuell in der fünften Generation der Familie Swarovski geführt und ist im Besitz von 200 Familienmitgliedern. Die Firmenaufteilung ist kompliziert, die drei Kommanditgesellschaften haben unzählige Tochterfirmen in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein, aber auch in Kanada, den USA und Südamerika. Ein Board aus 80 Familienmitgliedern muss den Konzern-Entscheidungen zustimmen. Machtverhältnisse in den drei großen Familiensträngen, ausgehend von den drei Söhnen des Konzerngründers, machen den Konzern dabei unflexibel. Rufe nach einem externen Manager sind schon lange laut.

Undurchsichtige Unternehmensstruktur

Das und die weltweit immer stärker und billiger werdende Konkurrenz hat den Konzern seit 2010 stark geschwächt. Der Umsatz ging 2013 um drei Prozent zurück, der Konzern antwortete mit Sparpolitik.

Doch beklagen können sich die Nachkommen nicht: Ihr Vermögen liegt bei umgerechnet etwa 2,46 Mrd. Euro. Der Clan lässt sich pro Jahr 100 Mio. Euro an Gewinnen ausschütten, schätzt das Manager-Magazin.

Genau kann man das allerdings nicht sagen: Die Swarovski Gruppe besteht aus drei Kommanditgesellschaften mit wenig Pflichten zur Offenlegung, der Betriebsrat sitzt nicht im Aufsichtsrat.

Die Swarovski Gruppe umfasst neben Swarovski Crystal Business – den bekannten Glaskristallen, begründet 1895 von Daniel Swarovski – Swarovski Optik (Linsen für Feldstecher oder Zielfernrohre) und Tyrolit (Schleif- und Bohrwerkzeuge). Allein mit Kristall machten die Swarovskis 2016 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Zusammen mit den Schwesterunternehmen erzielte das Crystal Business 2018 einen Umsatz von rund 3,5 Mrd. Euro. Der Markenwert liegt bei weiteren 3,5 Mrd. Die besten Markenbotschafterin: Die Familie selbst. Victoria Swarovski trug bei ihrer Hochzeit ein mit 500.000 Swarovski-Steinen besetztes Kleid, das 46 Kilo wog. Kostenpunkt: 800.000 Euro.

Gewerkschaft fordert Rückzahlung der Kurzarbeit

Im März kam es zu einem Nachfrageeinbruch von 90 Prozent, im Juli steht immer noch minus 70 Prozent im Eingangsbuch. Im Betrieb ist man froh über die Kurzarbeit: „Sonst wären von einem Tag auf den anderen 3.000 Leute vor der Türe gestanden“, ist der Betriebsrat überzeugt.

Der Store bei den Swarovski Kristallwelten in Wattens. Foto: Swarovski Kristallwelten, Share Alike 4.0 International.

„Arbeitsplätze zu erhalten, stand bei Swarovski nie im Fokus. Bei erster Gelegenheit nach Auslaufen der Kurzarbeit wurden MitarbeiterInnen gekündigt“, kritisiert der stellvertretende ÖGB-Landesvorsitzende Koschin. Die Gewerkschaft und auch die SPÖ fordern deswegen die volle Rückzahlung der Kurzarbeitsmillionen.

„Mit diesem Geld können dann die gekündigten Beschäftigten unterstützt werden“, sagt Koschin im Gespräch.

Die zuständige Arbeitslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) betrachtet die Vorgänge mit „großer Sorgen“. Das Land will „im Rahmen seiner Möglichkeiten entsprechende Maßnahmen“ setzen. Nach Bekanntwerden des Abbaus von 200 Mitarbeitern im Juni hatte die Landesregierung angekündigt, im Sommer eine weitere Unternehmensstiftung zu beschließen, an der sich das Land Tirol mit 200.000 Euro beteiligen werde.

Weniger glamourös: Das Swarovski-Werk in Wattens. Foto: Hermann Hammer, CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Das Organisationsprinzip „Stellenabbau in Österreich, Billiglohn-Produktion im Ausland“ wurde finanziert durch Arbeitnehmer-Gelder. Dabei hat man die Beschäftigten im glauben gelassen, dass sie ihren Job behalten können. Das Argument, dass sie so wenigstens für ein paar Wochen mehr einen Job hatten, lässt Koschin nicht gelten: Vielen wäre es lieber gewesen, sich rechtzeitig um eine Alternative kümmern zu können.

Viele der betroffenen Arbeitskräfte sind bereits über 50 Jahre alt und haben nur mehr wenige Jahre bis zur Pension – teilweise sind sie seit ihrer Lehrzeit im Unternehmen beschäftigt.

Nun muss das Land einspringen

Für die von den Entlassungen Betroffenen gibt es zwar einen Sozialplan des Konzerns, der weiterhin gültig ist. Eine Stiftung des Landes Tirol, in den Land und Firma einzahlen, ist allerdings Teil davon.

Landeshauptmann Günther Platter war vor Ort: Es sei alles okay, der Standort Wattens gesichert. Damals wusste man noch nichts von der zweiten Kündigungswelle. In Richtung Gewerkschaft hieß es, man solle die Strahlkraft des Konzerns und des Standortes nicht schmälern. Aber nun zeigt sich: Standort ist nicht gleich Arbeitsplätze.

„Die von Landeshauptmann Günther Platter angekündigten Gespräche der Landesregierung mit der Konzernleitung haben keinerlei Verbesserung für die Betroffenen gebracht. ÖVP und Grüne haben einen weiteren Kniefall vor dem Großkapital hingelegt“, wetterte SPÖ Tirol-Chef Georg Dornauer.

Er kritisierte die Entlassungen im Kristall-Konzern breites zuvor und schloss sich der Forderung des ÖGB an, dass Swarovski die Gelder für die Kurzarbeit zurückzahlen muss.

Die Landesregierung hat nach den Ankündigungen im Juni 200.000 Euro in die Stiftung gepumpt. Diese ist eigentlich für kleine Betriebe ohne eigenen Sozialplan gedacht, erklärt Gewerkschafter Koschin. Swarovski wurde jahrelang mit öffentlichen Geldern gefördert. Das Ergebnis sind jetzt Einsparungen, Kürzungen und Entlassungen.

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